Aktualisiert 9. Februar 2021 von Thomas

Frage ich Freunde nach der häufigsten Touristenfalle, denken sie an Taxifahrer, Wechselstuben und Tuk-Tuks.

Dabei gibt es eine andere Touristenfalle, die fast alle Reisenden schon einmal erwischt hat. 

Die Dynamic Currency Conversion (DCC).

Das als Service getarnte System erwischt einen von fünf Kunden bei der Zahlungen in Fremdwährungen.

Falls du viel reist, hat sie dich vielleicht schon Hunderte Euro gekostet.

Das System nutzen Webseiten wie Amazon, Booking.com und Airbnb, dein nächster Geldautomat, PayPal und dein süßes Lieblingscafe am Strand ...

Dynamic Currency Conversion ist überall und wird sogar als Service verkauft.

Hier erkläre ich dir wie Die Dynamische Währungsumrechnung funktioniert und wie du sie vermeidest.

Die Dynamic Currency Conversion kostet bis zu 12 % von deinem Geld!

Geldautomaten, Kartenlesegeräte von Läden und Online-Shops können eine Dynamic Currency Conversion Abfrage haben.

DCC lässt sich auf eine Frage reduzieren: "In Euro oder in der Landeswährung abrechnen?"

Die Abfrage von Geldautomaten und Kartenlesegeräten hast du wahrscheinlich schon einmal gesehen?

Rechnest du außerhalb der Euro-Zone in Euro ab, darf der Geldautomat, Online-Shop oder das Kartenlesegerät den Wechselkurs festlegen. 

Das ist kein Service.

Der DCC Wechselkurs ist mehrere Prozente schlechter als der Tageskurs von Visa, Mastercard und sogar von American Express. Die Inhaber der Geldautomaten, Kartenlesegeräte und Webseiten erhalten dafür eine Provision.

Mit einer kurzen Suche im Internet findest du Firmen, die das System in Zusammenarbeit mit Banken einbinden. Zu den größten Anbietern zählen Euronet Worldwide, Travelex und Global Blue.

Ich habe die Währungsumrechnung mit DCC in verschiedenen Ländern getestet: Tschechien, Thailand, Türkei, Indonesien, Hong Kong, Malysia, Polen, Ungarn, ...

Der Dynamic Currency Conversion Kurs war im Vergleich zum Tageskurs von Visa und Mastercard zwischen 4 und 12 % schlechter. 

Beispiel: Du hebst 100 € mit DCC im Ausland mit einem um 4 bis 12 % schlechteren Kurs ab. Dadurch sind im Schnitt 4 bis 12 € verloren. Das ist noch lange nicht alles!

14 % Es geht noch mehr ...

Kartenlesegerät in der Ukraine

Die Fremdwährungs- und Auslandseinsatzgebühr hängt im Fall von Visa und Mastercard Karten von deiner eigenen Bank ab!

Deutsche Banken verlangen gerne eine Fremdwährungsgebühr oder eine Auslandseinsatzgebühr zwischen 1 % und 4 % der Transaktionssumme. 

Banken mit einer Auslandseinsatzgebühr verlangen die Gebühr in Kombination mit der DCC trotzdem. Warum? Die Transaktion war in Euro aber außerhalb der Euro-Zone. 

Die Information steht im Kleingedruckten. Die Währung ist in dem Fall egal. Der Witz ist, dass die Werbung der DCC ganau das Gegenteil verspricht. 

Beispiel: Im Schnitt verlangen deutsche Banken eine Auslandseinsatzgebühr von 2 %. Zusammen mit der DCC hebst du 100 € im günstigsten Fall um 6 % bis 14 % ab.

18 % Es geht noch immer mehr ...

Geldautomat in Ägypten: Die Fremdautomatengebühr hängt im Fall von Visa und Mastercard Karten von deiner eigenen Bank ab!

Deutsche Banken verlangen im internationalen Vergleich sehr hohe Fremdautomatengebühren.

Sie macht im Schnitt 4 bis 10 € pro Transaktion mit einem Geldautomaten aus. Eine prozentuale Geldautomatengebühr hat in Deutschland American Express im Bereich von 2 %.

Mit der Gebühr könntest du meistens einen Kaffee kaufen, manchmal sogar einen zweiten. 

Die Höhe der abgehobenen Summe ist egal. 

Hebst du dreimal 20 € ab, kann es sein, dass du dreimal 5 € zahlst. 

Vergleiche deswegen vor einer Reise immer die Konditionen deiner Karten. Hast du eine Karte ohne Geldautomatengebühr?

Kreditkarten ohne eine Auslands- und Fremdautomatengebühr gibt es in Deutschland nur von Visa und Mastercard. American Express hat eine grundsätzliche Geldautomaten- und Fremdwährungsgebühr mit allen in Deutschland herausgegebenen Karten.

Im Fall von Visa und Mastercard kommen die Gebühren von deiner Bank. 

Mehr dazu steht in meinem Guide zum Geld abheben im Ausland.

Beispiel: Das Abheben von 100 € mit DCC (4-12 %), Auslandseinsatzgebühr (2 %) und Fremdautomatengebühr (4€) kostet im günstigsten Beispiel 10 € und im teuersten Beispiel 18 €. 

28 % ... Es geht noch viel mehr!

Geldautomatengebühr in Polen

Geldautomaten können eine Eigengebühr haben. Es gibt Länder in denen fast alle Automaten eine eigene Gebühr verlangen - hier zum Beispiel in Polen.

Geldautomaten können zusätzlich zur Fremdautomatengebühr von deiner Bank eine Eigengebühr verlangen.

Besonders oft kommt das mit Touristengeldautomaten vor. Ein Beispiel dafür sind die europaweit aufgestellten Euronet Geldautomaten. 

Die Gebühren lassen sich einfach vermeiden:

Die Grundregel ist: "Hebe Geld nur mit Geldautomaten von normalen lokalen Banken ab"!

Einige Länder haben eine generelle Geldautomatengebühr. Beispiele dafür sind Polen, Thailand und der Türkei. Zahle in den Ländern am besten gleich mit der Karte. 

Hier sind Beispiele zu den Kosten:

  • 15 Polnische Zloty für 150 abgehobene Polnische Zloty mit der Bank Polski in Warschau.
  • 50 Baht für 2000 Thai Baht in Bangkok.
  • 5 % mit einem Geldautomaten im Flughafen Antalya in der Türkei.

Beispiel: 100 € mit DCC (4 bis 12 %), mit Auslandseinsatzgebühr (2 %), Geldautomatengebühr von deiner Bank (4 €) und einer Eigengebühr von deinem Geldautomaten (1 bis 10 %) kosten im günstigsten Fall 11 € und im teuersten Fall 28 €. Unfassbar.

Und deine Lieblingswebseite macht es auch ...

Die DCC ist natürlich auch online mögliche - nicht nur mit Geldautomaten wie hier in Thailand.

Booking.com, PayPal, Ryanair, Airbnb und Amazon können einen eigenen Wechselkurs nutzen, falls die Zahlung in einer Fremdwährung ist. 

Die Auswahlmöglichkeit dafür ist in den Online-Shops oft versteckt, du findest sie manchmal erst am Ende des Bezahlvorganges. PayPal hat dafür eine generelle ziemlich gut versteckte Einstellung. 

Der angeblich garantiert festgelegte Wechselkurs in Shops ist kein Service, sondern gehört in der Realität zu unnötigen Kosten von Kreditkarten

Prüfe deswegen den Kurs immer vor der Zahlung. 

Transparenz: Eine EU-Richtlinie schreibt die transparente Anzeige des Wechselkurses in Online-Shops vor. Die Richtlinie hat leider keinen Einfluss auf Shops mit einem Sitz außerhalb der EU. 

Deine Bank macht mit ...

Du willst Geld ins Ausland überweisen? Deine Bank berechnet ziemlich sicher einen selbst festgelegten Wechselkurs. 

Du planst eine Auslandsüberweisung?

Dann achte genau auf den Wechselkurs. 

Der Kurs von deiner Bank entspricht mit ziemlicher Sicherheit nicht der Realität.

Deutsche Banken schlagen auf den echten Marktpreis einige Prozente auf. 

Die Kombination aus unnötigen Gebühren und dem selbst festgelegten Kurs verursachen auf 1.000 € gesehen schnell einen Schaden von mehr als 50 €. 

Bei regelmäßigen Transaktionen in Fremdwährungen entsteht dadurch leicht ein dreistelliger jährlicher Schaden.

Die Kosten lassen sich zu 80 % vermeiden.

Tipp: Mehr habe ich dazu in meinem Guide zu Auslandsüberweisungen geschrieben.

Rechne einmal aus, wie viel Geld das auf ein paar Jahre sind:

Eine besondere Abzocke sind die Geldautomaten nahe der Karlsbrücke in Prag. Sie haben oft eine voreingestellte Mindestabhebungsummen ab 5.000 Tschechischen Kronen (rund 200 €) mit DCC und Eigengebühr. Dadurch gehen schnell 30 bis 40 € verloren.

Verlässliche Zahlen zur DCC aus Deutschland sind schwer zu finden. 

Laut der Stiftung Warentest verlieren Konsumenten durch die DCC mit Geldautomaten 2,6 % bis 12 %. Die teuersten Geldautomaten gibt es laut der Stiftung in Tschechien, Polen und Ungarn. 

Mehr Zahlen gibt es auch aus dem Vereinigten Königreich.

Laut Independent.com wird eine von fünf Zahlungen im Ausland mit DCC durchgeführt. Eine durchschnittliche Kartentransaktion macht 60 € aus. Konsumenten verlieren dabei 5 bis 6 % von ihrem Geld. 

Zum selben Schluss kommt BCC.com mit einem berechneten Gesamtschaden von rund 600.000.000 € pro Jahr im Vereinigten Königreich. 

Eigene Erfahrungen: Ich habe ähnliche Prozentwerte gesehen. Die schlimmsten Beispiele habe ich in Polen, Tschechien (Prag), der Türkei und in Ägypten gesehen. Das schlimmste Beispiel war eine Bank in Warschau mit 10 % Eigengebühr und 12 % DCC. 

Wie hoch ist der Schaden durch die DCC?

Sonderverwaltungszone Macau in China: Die DCC ist fast immer eine Touristenfalle. Es gibt nur wenige Ausnahmen. Hier lassen einen die Geldautomaten nicht einmal die Wahl zwischen der Abrechnung in Macau Pataca und Euro. 

Mit jährlichen Ausgaben von 1.000 € pro Person in Fremdwährungen mit 6 % DCC plus Geldautomaten-, Fremdwährungs- und Auslandseinsatzgebühren kommt schnell ein Schaden von mehr als 150 € pro Jahr zusammen. 

Das ist ein Spa-Wochenende in einem Hotel.

Damit kannst du dreimal pro Jahr mit deinem Partner essen gehen.

Innerhalb von 10 Jahren ist das ein 1.500 € Netto-Monatsgehalt. 

Auf 7 Jahre gerechnet ist das eine Reise zum Preis von 1.050 €. 

In einem Arbeitsleben von 40 Jahren sind das 6.000 € oder 5 zusätzliche Reisen ...

Oder in anderen Zahlen: 0,63 % von deinem gesamten Arbeitseinkommen bei einem Monatsgehalt von 1.500 € netto. 

Vielreisende verlieren noch deutlich mehr. 

Bargeld wechseln? Tragisch ist, dass das Zahlen mit Karten noch immer deutlich günstiger ist als das Wechseln von Bargeld in einer Wechselstube.

So vermeidest du die Dynamic Currency Conversion

Meide frei stehende Touristengeldautomaten. Nutze die Geldautomaten von normalen Banken. Rechne im Ausland in der Landeswährung ab.

Die Dynamic Currency Conversion spielt mit Vertrauten.

Du kennst den Euro. Du denkst, dass die direkte Abrechnung mit einem angeblich festgelegten Wechselkurs günstiger ist als der Kurs deiner Kreditkarte.

Viele entscheiden sich deswegen unwissend für die Abrechnung in Euro im Ausland.

Dazu kommt die Vermutung, dass dadurch vielleicht die Auslands- oder Fremdwährungsgebühr entfällt. 

Die Lösung ist ein einfacher Grundsatz: "Rechne im Ausland in der Landeswährung ab!”

Damit sind Fragen wie: "In Euro oder in der Landeswährung abrechnen?" oder "Mit einem garantiert festgelegten Wechelkurs?" und andere Versionen der DCC Abfragen geklärt.

Der einfache gemerkte Grundsatz spart eine Menge Geld.

Rechne immer in der Landeswährung ab!

Kenne die Richtlinien von Visa, Mastercard und der EU zur DCC

Zusatzgebühren müssen eigentlich genannt werden. Bei der Dynamic Currency Conversion funktioniert das leider schlecht.

Kreditkartenfirmen verlangen von ihren Annahmestellen, dass sie Kunden vor der DCC informieren.

Hier ist zum Beispiel der Dynamic Currency Conversion Compliance Guide von Mastercard. Visa hat ähnliche Bestimmungen. 

Eine EU-Richtlinie regelt die Angabe von Wechselkursen mit Kartenzahlungen, im Online-Shops und Auslandsüberweisungen. 

Daran halten sich nicht alle Restaurants, Geldautomaten und Online-Shops. 

Immerhin gibt es für die DCC eine Provision. 

Die Kellnerin hat ohne Fragen Euro in das Kartenlesegerät außerhalb der Euro-Zone eingegeben?

Das darf sie laut den AGB nicht. Sie muss dich vorher fragen. Sage im Idealfall, dass du in der Landeswährung zahlst.

Noch dreister machen es Läden, die einfach deine Karte nehmen und ohne Fragen an das Kartenlesegerät halten.

Unterschreibe in dem Fall den Beleg nicht.

Laut den AGB von Mastercard und von Visa hast du in dem Fall ein Recht auf ein Charge-Back Verfahren.

Vergleiche die Konditionen von deinen Girokarten und Kreditkarten

Hast du eine Karte ohne Geldautomaten- und Fremdwährungsgebühren? Vergleiche vor einer Reise die Konditionen. 

Zusätzlich solltest du vor einer Reise immer die Konditionen von deinen Karten vergleichen. 

Die durchschnittliche Fremdwährungsgebühr von 2 % verursacht zusammen mit der Geldautomatengebühr zusätzlich einen Schaden. 

Kreditkarten ohne Geldautomaten- und Auslandseinsatzgebühren gibt es in Deutschland nur von Visa und Mastercard. 

Es gibt dauerhaft gebührenfreie Reisekreditkarten, genauso wie es kostenlose Online-Konten gibt. Der einmalige Vergleich spart auf ein paar Jahre gerechnet eine Menge Geld und finanziert dadurch viele schöne Dinge.

Niemand mag unnötige Bankgebühren.

Vor allem nicht, wenn sie als angebliches Service daherkommen.

Aufruf: Teile Informationen zum richtigen Wechselkurs

Free Cash Withdrawels ATM in London in England

Mache auf die Dynamic Currency Conversion und andere unnötige Bankgebühren aufmerksam. Nur so lassen sie sich vermeiden.

Ein Freund ist aus Kroatien zurückgekommen und hat mir aufgeregt gesagt, dass ich etwas zur DCC schreiben muss.

Ihm ist aufgefallen, dass der Kurs des Geldautomaten mit einem garantiert festgelegten Wechselkurs schlechter ist als mit seiner Visa. 

Er hat die IT-Abteilung einer der größten Banken im deutschsprachigen Raum geleitet. 

Ich habe meine Betreuerin in der Bankfiliale um die Ecke zur DCC gefragt - keine Ahnung.

Meine Freundin Daria hat in der Zentrale einer der größten deutschen Banken gearbeitet. Sie kannte die Konsequenzen der DCC auch nicht.

Es geht dabei um eine einfache Frage: "In der Landeswährung oder in Euro zahlen!"

Wer bis hierhergekommen ist, kennt schon den Grundsatz: "Rechne in der Landeswährung ab!"

Viel zu wenige Reisende kennen den Grundsatz.

Dabei gehört die DCC zu den höchsten möglichen Kosten von Giro- und Kreditkarten.

Ich habe deswegen eine Bitte an dich.

Teile die Information zur Dynamic Currency Conversion mit möglichst vielen Freunden, damit mit der meiner Meinung nach häufigsten Touristenfalle der Welt endlich Schluss ist.

Danke!

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Thomas


Hi. Hier teile ich meine Tipps, Erfahrungen und Erlebnisse aus der ganzen Welt. Besonders wichtig sind mir nützliche Reisetipps für müheloses Reisen.

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