Von Thomas

​Aktualisiert 06/04/2020

Kreditkarten unterscheiden sich nach ihrer Abrechnung und dem Herausgeber. 

​Grundsätzlich gibt es sechs verschiedene Arten: Echte Kreditkarten (Credit-Card), Revolving Cards, Charge Cards, Debit Kreditkarten, Virtuelle Kreditkarten und Prepaid Kreditkarten. 

Dazu kommen sieben internationale ​Kreditkarteninstitute, deren Konditionen sich teils stark unterschieden. Visa, Mastercard, American Express und Diners Card sind die vier Herausgeber von Karten in Deutschland.

Hier erkläre ich kurz den Unterschied zwischen den sechs Arten von Kreditkarten und ​den sieben weltweiten Kreditkarteninstituten.

​Wie unterscheidet sich die Art der Kreditkarten voneinander?

​Feature

​​Kreditkarte 

​Revolving Card

​Prepaid

​Virtuell

​Debit

​​Kreditrahmen

​Ratenzahlung möglich

​Konto sofort belastet

​Hinterlegtes Girokonto

​Schufa Prüfung (Bonität)

​​​​​Einsatz im Laden ​

​Einsatz online

​Geld abheben

​Minderjährige

​1. Echte Kreditkarte (Credit Card):

Echte Kreditkarten haben einen Verfügungsrahmen. Die gesammelten Umsätze werden erst nach einem Monat mit dem hinterlegten Konto gegengerechnet. Das ist wie ein kostenloser Kredit von der eigenen Bank. Banken prüfen deswegen vor dem Antrag von echten Kreditkarten die Bonität ihrer Kunden mit der Schufa. 

2. Revolving Card:

Eine Revolving Card ist eine Kreditkarte mit einem eingebauten Ratenkredit. Anstatt einer automatischen 100%igen Abrechnung der gesammelten Monatsumsätze, rechnen Revolving Cards nur einen Teilbetrag ab.

Herausgeber von Revolving Cards haben für die monatliche Abrechnung kleine Vorgaben ​der Rechnungssumme. Oft sind es nur 2 bis 5%. Weil die Zinsen von Revolving Cards mit mehr als 10% meist hoch sind, entsteht dadurch auf Dauer leicht eine Überschuldung. Wir empfehlen deswegen Revolving Cards nur, wenn ​die monatliche Rechnung händisch voll ausgeglichen wird.

Für den Antrang von Revolving Cards prüfen Banken die Bonität ihrer Kunden.

3. ​Debit Kreditkarte:

​Eine Debit Kreditkarte funktioniert wie eine EC-Karte. Die Umsätze werden sofort mit dem hinterlegten Konto gegengerechnet. Es gibt in der Regel keinen Kreditrahmen der Karte.

Debit Kreditkarte überwinden den größten Nachteil von Debit EC-Karten. Sie funktionieren mit Visa und Mastercard als Herausgeber fast überall in der Welt. Europäische EC-Karten sind für den Einsatz außerhalb der EU oft gesperrt oder funktionieren gar nicht.

Für den Antrag von Debit Kreditkarten prüfen Banken in der Regel auch die Bonität ihrer Kunden.

4. Prepaid Kreditkarte:

​Mit Prepaid Kreditkarten kann nur das auf der Karte hinterlegte Guthaben ausgegeben werden. Eine Überweisung von Geld auf das Kartenkonto ist deswegen notwendig.

Echte Kreditkarten können manchmal zusätzlich wie eine Prepaid Kreditkarte aufgeladen werden, zur Erhöhung des Einkaufsrahmens.

5. Charge Card:

Charge Cards werden direkt vom Kreditkarteninstitut herausgegeben, ohne eine Bank als Zwischenstelle. Der größte Herausgeber ist in Deutschland American Express. Charge Cards können echte Kreditkarten, Revolving Cards, Prepaid Kreditkarten oder Debit Kreditkarten sein. 

6. Virtuelle Kreditkarte:

Virtuelle (Online) Kreditkarten haben nur eine Kreditkartennummer. Es gibt keine physische Karte. ​Sie können nur zur Zahlung im Internet und teils als hinterlegte Karte in Bezahl-Apps verwendet werden. ​

​Sie werden meist​ens ohne eine Schufa Prüfung ​von den Finanzdienstleistern Wirecard, Entropay, Vexcard, Neteller und der Bank Netban​k als Visa oder MasterCard Prepaid Kreditkarten​ herausgegeben.

Beispiel einer Debit Kreditkarte

W​elche Kreditkarteninstitute gibt es?

1. Visa:

Mit mehr als 36 Millionen Akzeptanzstellen in mehr als 200 Ländern und einem weltweiten Marktanteil von 50% (2019) ist Visa der Marktführer unter den Kreditkarten.

Visa gibt Kreditkarten, Revolving Cards, Prepaid Kreditkarten, Virtuelle Kreditkarten, Debit Kreditkarten und Debit Cards heraus. Die V Pay EC-Karten ​kommen auch von Visa.

2. Mastercard:

Mit ​mehr als 35 Millionen Vertragsunternehmen in 210 Ländern ​und einem Marktanteil von 25,6% ist Mastercard die Nummer zwei im internationalen Kreditkartenmarkt.

​Mastercard gibt Kreditkarten, Revolving Cards, Prepaid Kreditkarten, Virtuelle Kreditkarten, Debit Kreditkarten und Debit Cards heraus. Die deutschen Maestro EC-Karten kommen von Mastercard. 

3. American Express:

American Express hat einen weltweiten Marktanteil von 2,5%. Es gibt keine offiziellen Zahlen mit Akzeptanzstellen. Sie sprechen von vielen Millionen ​in mehr als 135 Ländern. Schätzungen gehen bis zu 30 ​Akzeptanzstellen. ​In der Praxis die Akzeptanzrate von Amex deutlich geringer als ​von Visa oder Mastercard Kreditkarten. ​

American Express gibt Kreditkarten großteils selbst heraus. Kunden zahlen damit ihre ​Abrechnung direkt an American Express. Es handelt sich ​damit um Charge Card. 

​Einzigartig ist das ​Membership Rewards Programm von Amex. ​Kunden erhalten für jede Zahlung ​Rewards Punkte, die sie als eine Art Cashback für Rabatte, Produkte oder Bonusprogramme von anderen Unternehmen umwandeln können. ​

4. Diners Card:

Diners Card (Diners Club International) hat einen weltweiten Marktanteil von 0,08%. ​Das Unternehmen hat Niederlassungen in 59 Ländern. Die Akzeptanzrate ist in Deutschland vergleichsweise gering. Eine Zahlung ist oft nur in Online-Shops möglich. 

Diners Card Kreditkarten werden normalerweise direkt von Diners Club International herausgeben und abgerechnet. Die Karten haben meist Boni wie Reiseversicherungen, Rabatte oder kostenlose Lounge Zugänge. 

​5. Union Pay:

Union Pay ist das Kreditkarteninstitut von China. Die Kreditkarten haben ​einen weltweiten Marktanteil von 19,8% (2019). Läden in Deutschland, Österreich und der Schweiz akzeptieren ​inzwischen großteils Union Pay Kreditkarten. ​

Momentan ist ein Antrag von Union Pay Kreditkarten in der ​EU nicht möglich. Es gibt dafür keine Kooperationspartner. Ein Markteintritt ist geplant. Ob und wann das passieren wird, ist noch unklar.

​6. JCB:

JCB (Japan Credit Bureau) haben einen Marktanteil von 1,1% (2019). Sie werden von mehr als 11 Millionen Akzeptanzstellen in 189 Ländern angenommen. ​In Europa ​können wenige Kartenlesegeräte JCB Kreditkaten einlesen. ​Geldautomaten haben eine gute Akzeptanzrate von JCB Kreditkarten. ​

JCB expandiert auch nach Europa. ​In Deutschland gibt JCB eine Prepaid Kreditkarte ohne Schufa heraus. In Österreich ist ein Antrag auch möglich.

7. Discover Card:

Discover Kreditkarten ​werden in den USA herausgegeben. Weltweit ​nehmen mehr als 30 Millionen Händler in 185 Ländern die Kreditkarten an​. ​Fast alle Geldautomaten akzeptieren die Kreditkarten. Eine Kooperation mit Union Pay erhöht die Reichweite der Discover Card zusätzlich.

Die Kreditkarten werden von der Discover Bank aus den USA herausgegeben, die Zahlungsabwicklung wird durch das Discover Network ​abgewickelt. Discover Card hat 2008 Diners Card gekauft. 

Fazit zu den Arten​

​Visa und Mastercard teilen sich den deutschen Kreditkartenmarkt auf. Die beiden Unternehmen kontrollieren mit Maestro und V Pay auch den Markt deutscher Debit Cards (EC-Karten). 

Dahinter kommt Amerixan Express und Diners Card.

Im internationalen Vergleich haben Deutsche wenige echte Kreditkarten. In den USA hat ein durchschnittlicher Bürger 3 echte Kreditkarten. In Deutschland hat jeder Dritte eine echte Kreditkarte. Der Markt ist damit noch immer am Wachsen.

Das zeigt sich auch am Anteil der Zahlungen mit Kreditkarten, die vor allem wegen der steigenden Anzahl an Karten, Bezahlapps und dem Internethandel wächst. 

​Den größten Vorteil gegenüber einer normalen Debit Card (EC-Karte) haben echte Kreditkarten mit einem Verfügungsrahmen und einer automatischen vollen monatlichen Abrechnung.

​Über den Autor

Thomas

​Ich reise jedes Jahr in mehr als 20 Länder. ​Dadurch ist mein Interesse für die Konditionen, den Einsatz und Gebühren von Kreditkarten​ entstanden. Meine Freundin Daria hat ​in einer der größten Banken in Deutschland gearbeitet. ​Zusammen teilen wir hier unsere ​Ratschläge ​zu Kreditkarten.

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