Aktualisiert 8. November 2020 von Thomas

La mancia ist der italienische Name für Trinkgeld.

Die Bezeichnung geht wie in Deutschland auf den Zweck des Trinkens zurück.

Bis zum 19. Jahrhundert war oft noch von der guten milden Hand die Rede, dem buonamano.

Die Geschichte des Trinkgelds lässt sich in Italien sogar schon auf das Römische Reich zurückverfolgen.

12 häufigsten Trinkgeld Situationen

1. Coperto in Restaurants, Cafés und Lokalen

Das Coperto für das Gedeck fällt in Italien an, sobald man sich an einen Tisch sitzt und bedient wird. Es ist in Italien verpflichtend. 

Die genaue Höhe des Coperto steht in der Speisekarte. Es macht in der Regel 2 bis 3 € pro Person am Tisch aus.

In der Gastronomie sind Trinkgeld etwas weniger verbreitet als in Deutschland. 

Ein Trinkgeld zwischen 1 und 2 € oder wie in Deutschland 5 bis 10 % der Rechnungssumme nehmen Kellner trotzdem gerne als zusätzliche Wertschätzung an. Es ist aber nicht verpflichtend. 

Zumindest für ein richtiges großes Essen in einem Restaurant rechnen Kellner mit einem Trinkgeld. 

2. Zimmerservice im Hotel

Das Reinigungspersonal rechnet in Italien mit keinem festen Trinkgeld. Die deutsche Sitte von 1 bis 2 € pro Nacht hat sich natürlich auch in Italien herumgesprochen. Deswegen gibt es in Hotels mit einem hohen Anteil an Reisenden aus Deutschland eine gewisse Erwartungshaltung. 

Die Übergabe funktioniert direkt am Abreisetag oder mit einem kleinen Dankeschön-Zettel.

Für längere Aufenthalte ist ein Trinkgeld von 5 Euro pro Woche in Italien okay. 

3. Bars, Clubs und Nightlife

Bei einer Bestellung an der Bar rundest du den Betrag auf oder lässt das Münzrestgeld da. Ein zusätzliches kleines Trinkgeld von 1 bis 2 € kann auch in Italien die nächste Bestellung schneller machen oder das Glas voller. Das ist sowieso eine internationale Regel.

Niemand rechnet aber fest mit einem Trinkgeld im Nightlife in Italien.

Es ist rein optional.

Beim Trinken in Locations mit Essen kann ein Coperto anfallen. Prüfe das einfach vorab in der Speisekarte. 

4. Reiseleiter und Busfahrer

Reiseleiter kümmern sich in Italien wie in Deutschland um das Trinkgeld für den Busfahrer oder machen zumindest darauf aufmerksam, dass sie einen Sammelkorb haben.

Die Gruppe sammelt das Trinkgeld für den Reiseleiter. Direkt nehmen Reiseleiter einen Betrag von 5 bis 10 € pro Tag auch gerne an. Im Fall von längeren Rundreisen kann der Betrag pro Tag kleiner ausfallen. Mit einem Trinkgeld von siebenmal 10 € rechnet für eine einwöchige Reise niemand. 

Deutsche Reisegruppen sammeln oft nach deutschem Vorbild das Trinkgeld für den Reiseleiter und Busfahrer mit einem Kuvert.

Tipp: Die 50 schönsten Sehenswürdigkeiten in Italien!

5. Trinkgeld mit der Karte

Kellner können in Italien in der Regel das Trinkgeld mit der Kartenzahlung annehmen.

Sag ihnen dafür vor der Zahlung einfach den Betrag. Er wird zusammen mit der restlichen Rechnung abgebucht.

Ob das Trinkgeld in dem Fall tatsächlich komplett beim Personal ankommt, ist eine andere Frage. Dazu kommt die steuerliche Frage, die sich auch in Italien stellt. 

Deswegen bevorzugen italienische Kellner das Trinkgeld auch in bar.

6. Taxi und Taxi Apps

Einig sind sich ItalienerInnen dabei, dass Taxifahrer ein Trinkgeld erhalten. Die Höhe ist eine Interpretationssache.

Manche halten ein Trinkgeld von 5 bis 10 % der Rechnungssumme für angebracht, andere runden den Betrag auf oder nehmen das Münzrestgeld nicht an. Das gilt aber nur im Fall einer Fahrt mit dem Taxameter. Reisende, die ohne einen Taxameter fahren, zahlen mit Sicherheit automatisch mehr. 

Fahrer von Taxi Apps rechnen mit einem kleinen Trinkgeld am Ende der Fahrt nach dem Aussteigen. 

Für das Ein- und Ausladen der Koffer freuen sich Taxifahrer über ein Trinkgeld von 1 bis 2 €.

7. Roomservice, Concierge und Gepäck

Für Bestellungen mit dem Roomservice ins Zimmer ist in Italien ein Trinkgeld zwischen 5 und 10 % der Rechnungssumme normal. Es gibt in dem Fall kein Coperto.

Für kleinere Bestellungen, zum Beispiel einen Kaffee, ist ein Trinkgeld von 1 bis 2 € für die Lieferung ins Zimmer auch einmal okay. Damit wird aber nicht gerechnet.

Der Concierge rechnet mit keinem Trinkgeld für Auskünfte zum Hotel, der Stadt oder zum nächsten Restaurant. Reserviert der Concierge einen Tisch in einem Restaurant, ist ein Trinkgeld von 2 € dafür okay.

Für größere Aufgaben, zum Beispiel eine Gästeliste in einem Club oder ein Theaterticket, rechnet der Concierge mit einem höheren Trinkgeld.

Gepäckträger rechnen auch in Italien pro ins Zimmer getragenen Koffer mit einem Trinkgeld zwischen 1 und 2 €.

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8. Espresso am Tresen

Der Preis für einen Espresso am Tresen ist in Italien gesetzlich festgeschrieben. Momentan kostet er zum Beispiel in Neapel 90 Cent. Der genaue Preis hängt von der Region ab. 

So günstig ist der Espresso aber nur am Tresen. Setzt du dich hin, darf das Restaurant, Café oder Lokal das Coperto berechnen. 

Eine 10 oder 20 Cent Münze wird gerne als Trinkgeld für den Espresso gesehen.

Eine Besonderheit in Neapel ist der Caffè sospeso. Zusammen mit dem eigenen Kaffee wird ein zweiter Kaffee bezahlt, den der Barkeeper dem nächsten Bedürftigen gibt, der danach fragt. 

9. Sonderfall All-Inclusive-Hotels

Im Buffet Restaurant von italienischen All-Inclusive-Hotels stehen manchmal Sammelboxen für das Personal. Die Grundidee dahinter ist okay. Damit sollte ein Trinkgeld beim Personal ohne Kundenkontakt ankommen. 

Ob das funktioniert hängt in Italien natürlich auch vom einzelnen Hotel ab.

Gib das Trinkgeld im Zweifelsfall direkt deinem Lieblingskellner oder dem Zimmerpersonal. 

10. Friseur, Masseur und Beauty

Das Trinkgeld für Friseure ist in Italien rein optional. Sie freuen sich im Fall von Zufriedenheit natürlich über eine kleine Anerkennung. Das kann eine 2 € Münze sein oder auch etwas mehr.

Dasselbe gilt für Masseure und das Personal im restlichen Beauty Bereich in Italien.

Mehr ist natürlich immer möglich.

11. Segeln und Kreuzfahrten

Kreuzfahrten mit Italien als Abfahrts- und Endhafen haben abhängig von der Reederei ein verpflichtendes Servicegeld für das Personal. Das ist in Italien genauso wie in allen anderen Ländern möglich. 

Ob auf einem Kreuzfahrtschiff ein Servicegeld anfällt, hängt aber immer von der einzelnen Reederei ab.

Skipper von Segelreisen rechnen mit einem Trinkgeld entsprechend ihrem Gehalt. Ein Betrag von rund 10 % der Summe ist normal. 

12. Sonstige Dienstleistungen

In einem Supermarkt rechnet niemand mit einem Trinkgeld. In kleinen Läden kannst du das Münzrestgeld dalassen oder aufrunden. Mehr ist kaum notwendig.

Das gilt auch für Bestellungen in einer Bäckerei oder einer Eisdiele - runde auf.

Geht die Dienstleistung einmal klar über den Standard hinaus, dann kann ein Trinkgeld schon einmal normal sein. Das ist zum Beispiel ein perfekt für den Rückflug nach Deutschland als Mitbringsel eingepackte Büffelmozzarella.

Ein paar Worte ...

Ein Trinkgeld wird in Italien immer gerne gesehen.

Das gilt auch in Restaurant mit einem Coperto. Es ist eine generelle Wertschätzung für das Personal.

Niemand in Italien rechnet aber mit einem festen Trinkgeld. Es ist rein optional.

Die Trinkgeldkultur unterscheidet sich dabei in Italien kaum von Deutschland.

Falls du dazu noch eine Frage hast, eigene Tipps oder Erfahrungen teilen möchtest, dann schreibe mir gerne unten in den Kommentaren.

Gibst du in Italien ein Trinkgeld und wie viel?

Thomas


Hi. Hier teile ich meine Tipps, Erfahrungen und Erlebnisse aus der ganzen Welt. Besonders wichtig sind mir nützliche Reisetipps für müheloses Reisen.

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