Aktualisiert 10. April 2022 von Thomas

Ist Trinkgeld in Südafrika üblich und wie viel gibt man?

Das ist mein kompletter Guide zum Trinkgeld in Südafrika.

Es geht um alle häufigen Situationen, vom Restaurant, der Reinigung im Zimmer bis hin zur Fahrt mit einem Taxi.

Dazu kommen die Besonderheiten von Südafrika, zum Beispiel Tankwarte, Parkplatzwächter und ehrenamtliche Rettungs-Schwimmer.

1. Trinkgeld in Restaurants, Cafés und Food-Courts

Trinkgeld ist in Südafrika allgegenwärtig.

Du lernst in Südafrika schnell zwei neue Worte: Gratuity ist das Trinkgeld und mit Total ist der Gesamtbetrag einer Rechnung gemeint.

Ein Gratuity (Trinkgeld) von mindestens 10 % bis 15 % ist in südafrikanischen Restaurants normal.

Du bekommst am Ende eine Rechnung zusammen mit einem Stift. Dort trägst du ein, wie hoch das Trinkgeld (Gratuity) und der Gesamtbetrag (Total) ist.

Das System gibt es in einem Café oder einem Stand in einem Food-Court nicht verpflichtend. Du kannst trotzdem ein Trinkgeld dazugeben.

Das Grundgehalt ist auch in Südafrika für Kellner gering.

Mehr lesen: Essen aus Südafrika: 18 Spezialitäten aus der Landesküche!

2. Reinigung im Hotel

Denke in Hotels an ein Trinkgeld für das Reinigungspersonal.

Das Reinigungspersonal freut sich in südafrikanischen Hotels über ein Trinkgeld, egal in welcher Kategorie.

Das gilt für ein Hostel bis hin zu einer 5 Sterne Safari Lodge in einem Game Reserve.

Ein Trinkgeld von 10 bis 15 Rand ist in einem durchschnittlichen Hotel normal. 

In High Class Hotels kannt es auch deutlich mehr sein. Das kommt auf deinen eigenen Eindruck an.

Du kannst das Trinkgeld auf dem Kopfpolster liegen lassen oder es in der Früh direkt dem Reinigungspersonal geben. 

3. Trinkgeld im Nightlife

Tip Jar in einem Café: Nelson Mandela lacht dir von den Geldscheinen immer entgegen.

Für Barkeeper ist in Südafrika ein Trinkgeld normal.

Du lässt es zusammen mit dem Restgeld von deiner Bestellung auf dem Tresen liegen.

Falls du mit einer Karte bezahlst, rundest du auf oder sagst das gewünschte Trinkgeld dazu.

Südafrikaner geben in Bars ein Trinkgeld von 10 % bis 20 % und damit mehr als in einem normalen Restaurant.

Wie in allen anderen Ländern beschleunigt ein erstes Trinkgeld auch in südafrikanischen Bars die nächste Bestellung.  

Mehr lesen: Geld wechseln in Südafrika: So tauschst Du günstig Euro in Rand!

4. Trinkgeld für Parkwächter

Am Tag gilt der offizielle Tarif. In der Nacht gibt es ein Trinkgeld.

Das Parken ist ab 5:00 in der Früh in den Städten gebührenpflichtig.

Ein park attendant mit einer neonfarbenen Weste kümmert sich darum.

Sie fragen dich, wie lange du parken möchtest, geben die Zeit in ihre Geräte ein und sammeln die entsprechende Gebühr ein. 

In der Nacht gibt es auch Parkwächter mit einer neonfarbenen Weste. Sie versprechen, dass sie auf das Auto gegen ein Trinkgeld aufpassen.

Dafür möchten sie ein Trinkgeld, meist 5 bis 10 Rand. Das ist soweit okay. 

Verlasse dich in der Nacht nicht auf den zugewiesenen Parkplatz. Prüfe immer selbst, ob das Parken an dem Ort legal ist.

Tipp: Sagt dir ein Parkplatzwächter Sharp, Sharp, meint er nicht, dass es haarscharf ist, sondern dass alles passt. Das ist südafrikanischer Slang. Tight ist auch nicht eng, sondern das Pendant zu "cool".

5. Fahrt mit einem Taxi

Taxifahrten sind günstig. Ein Trinkgeld ist üblich.

Fahre in Südafrika ausschließlich mit Taxis von Apps, also Uber.

Bevor sie für Uber fahren dürfen, müssen sie sich ausweisen und eine Sicherheitsprüfung bestehen.

Damit ist sicher, dass du am richtigen Ort mit dem richtigen Preis in Südafrika ankommst.

Uber funktioniert problemlos in Kapstadt, Johannesburg und anderen großen Städten in Südafrika.

Die App schlägt ein Trinkgeld von 10 Rand, 20 Rand und 40 Rand vor.

Für die 20-minütige Strecke aus dem Zentrum von Kapstadt an der V&A Waterfront bis nach Camps Bay bezahlst du mit Uber Standard nur 60 Rand und für ein Uber Comfort rund 110 Rand.

Taxis sind in Südafrika günstig.

Normalen Taxifahrern gibst du ein Trinkgeld von 10 % bis 20 %, falls sie mit Taxameter fahren.

6. Trinkgeld für den Tankwart

In Südafrika gibt es noch Tankwarte. Du gibst ihnen ein Trinkgeld.

Südafrikanische Tankstellen haben noch einen Tankwart, wie früher in Deutschland.

Du sagst ihnen, welchen Treibstoff du brauchst und um wie viele Südafrikanische Rand du tanken willst.

Sie kümmern sich zusätzlich oft um die Scheiben oder putzen anderen Kleinigkeiten.

Für ihre Arbeit ist ein Trinkgeld in Südafrika üblich.

Ein Trinkgeld von 5 bis 20 Rand ist dafür normal, es kann auch mehr sein.

7. Trinkgeld mit der Karte

Kartenlesegerät in einem Café: Trinkgeld mit der Karte wird gerne angenommen.

Kartenlesegeräte haben in Südafrika keine automatische Abfrage nach einem Trinkgeld eingebaut, wie in den USA.

Das System funktioniert immer mit der Rechnung, plus dem händisch eingetragenen Trinkgeld und dem sich daraus ergebenden Gesamtbetrag. 

Die Kellner geben den Gesamtbetrag händisch in das Kartenlesegerät ein.

Du bekommst dann einen ausgedruckten Beleg mit dem Gesamtbetrag, auf dem das Trinkgeld aufgeschlüsselt ist.

Anders als in vielen anderen Ländern, habe ich in Südafrika nie gesehen, dass Kellner etwas gegen Trinkgeld mit der Karte haben. 

Das System scheint in Südafrika zu funktionieren.

Mehr lesen: Bezahlen mit Karte in Südafrika: So vermeidest Du hohe Gebühren!

8. Trinkgeld für Beauty, Spa und Friseur

Gehst du in Johannesburg zu einem Friseur, ist ein Trinkgeld im Fall von Zufriedenheit üblich.

Friseure, Masseure, Mitarbeiter in Beuty Saloons und ähnlichen Orten rechnen mit einem Trinkgeld.

Es ist nicht verpflichtend.

Normal ist aber ein Trinkgeld ab 10 % in einem Friseurladen. 

Wäscht eine andere Person deine Haare, rechnet sie mit einem Trinkgeld von rund 10 Rand.

9. Ehrenamtliche Rettungsschwimmer

Die Rettungsschwimmer am Strand von Muizenberg freuen sich über ein Trinkgeld.

An den großen Stränden passen in den Ferien ehrenamtliche Rettungsschwimmer auf.

Sie freuen sich über etwas zum Essen, Trinken oder ein kleines Trinkgeld.

Die Rettungsschwimmer stellen Flaggen mit Hinweisen auf, wo das Schwimmen sicher ist. Halte dich daran.

Es gibt in Südafrika tückische Strömungen, die dich ins Meer hinausziehen können.

Die Einheimischen gehen zur Sicherheit oft nur bis ins hüfthohe Wasser oder haben ein Surfbrett dabei.

10. Flughafentransfer

Helikopter Rundflug in Kapstadt als Symbolbild: Die Fahrer von Flughafentransfers fragen nicht nach Trinkgeld, freuen sich aber darüber.

Fahrer von Privat-Transfers haben in Südafrika keine eigenen Schilder für Trinkgeld in ihren Bussen.

In einem Sammelbus findest du schon einmal den typischen Hut am Ausgang der Busse für ein Trinkgeld.

Egal ob offensichtlich danach gefragt wird oder nicht, ein kleines Trinkgeld ist für die Fahrer von Flughafentransfers normal.

Plane rund 20 Südafrikanische Rand dafür ein.

11. Trinkgeld für Reiseführer

Dein Fahrer zum Kap der Guten Hoffnung fragt nicht danach, hofft aber darauf.

Reiseführer fragen in Südafrika nicht extra nach einem Trinkgeld.

Das ist zumindest meine Erfahrungen nach mehreren Touren. Den typischen Hut am Ausgang vom Bus habe ich noch nie gesehen.

Ich habe auch keine extra Erwähnung vom Fahrer mit einem Hinweis auf seine Kinder gehört, wie es in vielen anderen Ländern vorkommt.

Die meisten anderen Reisenden haben den Reiseführern trotzdem ein kleines Trinkgeld gegeben. Ich habe einen Betrag zwischen 50 Rand und 150 Rand dafür gesehen.

Für eine zwei bis dreitägige Safari solltest du zu zweit ein Trinkgeld von 100 bis 250 Südafrikanische Rand einplanen.

Bei deutschsprachigen Reisegruppen ist ein Trinkgeld üblicher, weil südafrikanische Reiseführer die Sitten dazu aus Deutschland kennen.

Mehr lesen: 25 schönsten Sehenswürdigkeiten in Südafrika, die Du einmal sehen musst!

12. Concierge, Zimmerservice und Koffer

In gehobenen Hotels gelten international übliche Regeln.

Ein Concierge rechnet in Südafrika für kleine Aufgaben mit keinem Trinkgeld.

Damit meine ich eine Auskunft zum nächsten offenen Restaurant, zur Sicherheit in der Gegend, einen Anruf für die Reservierung von einem normalen Restaurant oder Fragen zu Sehenswürdigkeiten.

Kümmert sich ein Concierge um Dinge außerhalb der typischen, ist ein kleines Trinkgeld normal. Damit meine ich einen Tisch in einem sonst ausgebuchten Restaurant oder ähnliche Dinge.

Für das Zimmerservice solltest du ein Trinkgeld von zumindest 10 bis 20 Ran einplanen.

Ebenfalls ist ein Trinkgeld von rund 10 Rand für ins Zimmer getragene Koffer normal in Südafrika.

In Hotels in einer höheren Kategorie kann es auch mehr sein.

Mein Fazit

Südafrika hat eine ausgeprägte Trinkgeld-Kultur.

In Restaurants rechnen Kellner mit einem Trinkgeld von mindestens 10 % der Rechnung.

Du bekommst in jedem Restaurant dafür eine Rechnung und trägst darauf händisch das Trinkgeld ein.

Zusätzlich zum Trinkgeld in Restaurants gibt es in Südafrika viele Bereiche, die es in Deutschland gar nicht gibt.

Damit meine ich die Tankwarte, Parkplatzwächter in der Nacht und Rettungsschwimmer.

Abseits davon ist in einem normalen Laden kein Trinkgeld üblich.

In einem Supermarkt rechnet niemand damit.

Ich hoffe, du hast alle Antworten auf deinen Fragen gefunden.

Falls du noch eine Frage zum Trinkgeld in Südafrika hast oder deine eigene Meinung teilen möchtest, schreibe mir gerne unten in den Kommentaren.

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Thomas


Hi, ich bin Thomas. Ich reise jedes Jahr in mehr als 20 Länder. Hier teile ich meine Tipps, wie auch du mühelos viel von der Welt siehst.

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