Britische Währung „Pfund Sterling“: Geld auf einem Blick für Touristen

Großbritanniens Währung ist das Pfund Sterling (Great Britain Pound).

Das Pfund gilt als Zahlungsmittel in England, Wales, Schottland, Nordirland, britischen Überseegebieten und Kronkolonien.

Für eine Reise ins Vereinigte Königreich und nach Nordirland brauchst du Pfund Sterling auf jeden Fall, da Euro kaum akzeptiert werden.

Hier habe ich dafür die wichtigsten Tipps gesammelt.

Dazu gehört das Aussehen der britischen Geldscheine und Münzen, Touristenfallen und wie du Euro ohne Gebühren in Pfund Sterling wechselst.

Lass mich dir zuerst die britischen Geldscheine und Münzen zeigen:

1. Die britischen Geldscheine und Münzen

Pfund Sterling Geldscheine
Pfund Sterling Geldscheine

Ein Pfund Sterling entspricht 100 Pence. Leider kann ich hier keine Bilder der Geldscheine und Münzen einbinden, da sie die Queen zeigen. Deswegen stehen die Geldscheine unter Urheberrechtsschutz.

  • Geldscheine haben einen Wert von 5, 10, 20 und 50 Pfund Sterling.
  • Münzen haben einen Wert von 1, 2, 5, 10, 20 und 50 Pence und 1 und 2 Pfund Sterling.

Die britischen Geldscheine zeigen berühmte Personen aus der Landesgeschichte und haben zusätzlich ein Bild der Queen als Sicherheitsmerkmal. Die 5 Pfund Note zeigt zum Beispiel Winston Churchill. Es gibt in den britischen Kronkolonien wie Jersey eigene Pfund Noten mit abweichenden Abbildungen.

Die Münzen zeigen auf einer Seite den Wert und auf der anderen Seite ein aktuelles Porträt der Queen.

2. Zahlen in Restaurants, Läden und anderen Orten im Vereinigten Königreich

Die Tower Bridge in London in der Nacht
Tower Bridge in London

Zum Zahlen sind Pfund im Vereinigten Königreich unumgänglich. Mit Euro kommst du nicht einmal nahe Londons Sehenswürdigkeiten weit. Euro akzeptieren nur sehr wenige Läden in Nordirland, auf den Kanalinseln oder britischen Kolonien wie Gibraltar.

Eine EC-Karte oder Kreditkarte ist eine gute Alternative zu Bargeld. 

  • Bargeld: brauchst du in Pubs, Märkten und kleinen Läden.
  • Bankomat und Karte: Geldautomaten stehen überall und die Kartenzahlung ist ganz normal möglich.
  • Trinkgeld: du gibst 5 bis 10%

3. Geld wechseln in Wechselstuben und mit Automaten

Schottische Hauptstadt Edinburgh
Schottische Hauptstadt Edinburgh

Typische Wechselstuben, zum Beispiel in London, verlangen eine Gebühr von rund 2% bis 3%. Vergleiche bitte immer zusätzlich den Wechselkurs zwischen dem Pfund und Euro. Dabei gibt es sehr große Unterschiede.

Besonders die Wechselstuben am Flughafen, Bahnhof und an Fährterminals haben einen sehr schlechten Wechselkurs. Wechselstuben stehen in den großen Städten überall in der Innenstadt. Es ist dadurch leicht den Kurs zu vergleichen.

Banken wechseln in den Städten nur selten Euro in Britische Pfund.

Das Geld wechseln ist an Bankautomaten meist einfacher. Dabei gibt es aber einige kleine Fallen.

4. Bankautomaten im Vereinigten Königreich und Geld abheben

Britische Geldscheine sind mit modernen Sicherheitsmerkmalen ausgestattet.
Britische Geldscheine sind mit modernen Sicherheitsmerkmalen ausgestattet.

Beim Geld abheben im Vereinigten Königreich zahlst du dieselben Gebühren wie bei einer Fremdbank zu Hause mit einer normalen EC-Karte.

Besonders die Automaten in London haben aber eine kleine Touristenfalle eingebaut. Bei der Abhebung fragen sie dich am Ende, ob du die Transaktion in deiner Landeswährung abrechnen möchtest.

Oder in anderen Versionen: „Soll mit einem festen Wechselkurs abgerechnet werden? Oder soll in Euro oder Britischen Pfund abgerechnet werden?“

Falls du in Euro abrechnen auswählst, zahlst du eine zusätzliche Gebühr von bis zu 10%. Das als Art Service getarnte System ist eine Möglichkeit um einen schlechteren Kurs und Gebühren zu verlangen.

Das machen Banken überall, nicht nur in Großbritannien. Denke auch beim Zahlen mit Karte daran immer in der Währung des Landes abzurechnen!

Meide nach Möglichkeit die Bankautomaten am Flughafen, besonders im Terminal. Sie haben meist einen fest vorgegebenen Wechselkurs und berechnen zusätzliche Gebühren.

5. EC-Karten und Kreditkarten in Großbritannien

Straße im Dorf Shaftesbury in der Grafschaft Dorset
Selbst im kleinsten Dorf steht ein Geldautomat: Shaftesbury in der Grafschaft Dorset

EC-Karten und Kreditkarten akzeptieren praktisch alle Restaurants, Läden und Eintrittskassen von Sehenswürdigkeiten. Lediglich für Pubs oder das Nachtleben solltest du auf jeden Fall Bargeld mitnehmen.

Beim Zahlen mit Kreditkarte oder EC-Karte fällt meist eine Auslandseinsatzgebühr an. Die Höhe richtet sich nach deinem Kartenanbieter, Konditionen und der Bank. Sie machen im Schnitt 1 bis 2% aus.

Eine Möglichkeit dagegen sind kostenlose Reisekreditkarten, die dich im Ausland ohne Gebühren Geld abheben und zahlen lassen. Meine Empfehlung dafür ist die 1plus Visa Card der Santander.

Die Karte kostet keine Jahresgebühren, es gibt keine Gebühren beim Geld abheben und zahlen.

Denke bitte auch beim Zahlen mit Karte daran, immer in Britischen Pfund abzurechnen.

Mehr zum Wechseln von Euro in Britische Pfund findest du hier.

6. Touristenfallen beim Geld wechseln im Vereinigten Königreich

London Eye: eines der neuen Wahrzeichen der Hauptstadt London im Vereinigten Königreich
London Eye: eines der neuen Wahrzeichen der Hauptstadt
  • Wechselstuben: die Wechselgebühren und Kurse der Wechselstuben fallen sehr unterschiedlich aus. Vergleiche immer die Preise, frage zur Sicherheit vor dem Geld wechseln noch einmal nach dem Kurs und ob Gebühren anfallen. Falls du dir unsicher bist, wechsle zuerst nur einen kleinen Betrag.
  • Geldautomaten: drücke am Ende der Abhebung immer auf in Landeswährung oder Britischen Pfund berechnen. Sonst zahlst du bis zu 10% zusätzliche Gebühren. Die gelb-blauen Euronet Automaten sind besonders penetrant bei der Abfrage. Okay sind meist die Automaten der großen britischen Banken: Bank of Scotland, Barclays Bank, HSBC Bank, Lloyds TSB, Tesco und die Royal Bank of Scotland. Die Banken stellen die Frage nach der Abrechnung in Euro oder Pfund aber auch zumindest einmal.
  • Kronkolonien und Überseegebiete: haben oft das Recht eigene Pfund Noten zu drucken. In Großbritannien werden sie kaum akzeptiert. Das kann zum Beispiel beim Wechseln von Euro auf Jersey ein Problem sein, da du die Jersey Pfund nicht in England ausgeben kannst. 
  • Flughafen-Geldautomat und Wechselstuben: meide die Automaten am Flughafen. Sie haben oft festgelegte Wechselkurse, die stark zu deinem Nachteil ausfallen.
  • Sicherheit: hebe kein Geld um 3.35 in der früh in dunklen Seitengassen ab und achte genauso, wie zu Hause darauf, ob die Automaten manipuliert sind.

7. Geld nach Großbritannien überweisen

Big Ben und das Parlament in der Nacht in London im Vereinigten Königreich
Big Ben und das Parlament in der Nacht

Das Vereinigte Königreich nutzt das SWIFT System mit einem 22stelligen IBAN, der mit GB anfängt und einem BIC Code.

Dadurch fallen Überweisungen nach Großbritannien preiswerter und schneller aus.

Trotzdem legen die Banken interne Wechselkurse und mögliche andere Gebühren fest.

Besonders kleine Banken ohne internationales Netzwerk sind teuer. Die Kosten bei der Überweisung von Euro auf ein Pfund Sterling Konto im Vereinigten Königreich machen für 1.000€ durchaus 30 bis 50€ aus.

Vergleiche deswegen die Konditionen deiner eigenen Bank immer mit internationalen Zahlungsdienstleistern. Meine Empfehlung dafür ist Transferwise, an dem Peter Thiel, einer der Gründer von PayPal beteiligt ist.

Transferwise berechnet für den Transfer von Euro in Britische Pfund immer den aktuellen Marktpreis. Die genauen kosten für eine Transaktion siehst du direkt auf der Startseite. Die erste Transaktion ist immer kostenlos.

Mehr zum Überweisen von Euro in Britische Pfund findest du hier.

8. Ein- und Ausfuhr ins Vereinigte Königreich

Eine Burg in Schottland im Herbst
Die Einreise- und Zollbestimmungen ändern sich vermutlich nach dem Brexit: Schottland im Herbst

Das Vereinigte Königreich gehört nicht zum Schengen-Raum. Die Bargeld Ein- und Ausfuhr von mehr als 10.000€ oder musst du verpflichtend beim Zoll angeben.

Mehr zu den Einreise- und Zollbestimmungen des Vereinigten Königreichs findest du beim Auswärtigen Amt und bei der Zollbehörde des Vereinigten Königreichs unter Gov.uk.

Die Regeln dafür können sich in den nächsten Monaten durch den BREXIT noch deutlich ändern. Prüfe die Einreisebestimmungen deswegen direkt vor der Abreise noch einmal genau.

9. Geschichte des Pfunds Sterling

Sonnenuntergang aus der Isle of Sky, mit Blick auf spärlich bewachsene Felder.
Isle of Sky in Schottland nutzt das normale Pfund: die Kanalinsel Jersey druckt eigene Pfund-Banknoten.

Pfund sind in Großbritannien seit 1.200 Jahren in Verwendung. Das macht die sie zur ältesten noch in Verwendung befindlichen Währung der Welt.

Lange war das Pfund Sterling die internationale Leitwährung. Der Status änderte sich erst nach dem 2. Weltkrieg, dem Zusammenbruch des Britischen Empire und der Unabhängigkeit seiner Kolonien. Das Britische Pfund gehört heute aber noch immer zusammen mit dem Dollar, Yen und Euro zu den bedeutendsten Leitwährungen der Welt.

Geld im Vereinigten Königreich: England, Wales, Schottland und Nordirland

Die Teile des Vereinigten Königreichs haben teils das recht eigene Pfund Noten und Münzen herauszugeben.

Dazu gehören auch Kronkolonien wie die Kanalinseln. Die zum Beispiel auf Jersey gedruckten Pfund kannst du großteils leider nur auf den anderen Kanalinseln wie Guernsey ausgeben.

Dasselbe gilt für in Nordirland, der Isle of Man und anderen Gebieten ausgegebenen Pfund. Es akzeptieren aber alle Regionen des Vereinigten Königreichs das normale Pfund Sterling.

Die Einführung des Euro ist spätestens seit dem BREXIT im Vereinigten Königreich kein Thema mehr.

10. Inflation und Geldabwertung

Luftaufnahme der Innenstadt von London in der Nacht
Weltweites Finanz-Zentrum: Londons Innenstadt in der Nacht

Das britische Pfund Sterling gehört zu den Leitwährungen der Welt. Er zeichnet sich durch einen stabilen Wechselkurs, eine geringe Inflation und eine hohe internationale Akzeptanz aus.

Krisen mit einer extrem hohen Inflation gab es im Vereinigten Königreich in den vergangenen Jahrzehnten nie. Lediglich nach dem Ende des Gold-Standards stürzte das Pfund im Verlauf von einigen Jahren vom Kurs 1:2 zum Dollar auf 1:1,55 in den 70er Jahren ab.

Das Pfund Sterling hält seinen Kurs auch seit der Euro Einführung stabil.

Fazit zum Geld im Vereinigten Königreich

Für eine Reise ins Vereinigte Königreich ist das Pfund Sterling unumgänglich. Die Briten akzeptieren nach wie vor Euro in ihrem eigenen Land selten als Währung.

Rechne beim Zahlen und Geld abheben im Vereinigten Königreich immer in Pfund Sterling um, um Gebühren zu sparen, vergleiche den Wechselkurs und die Gebühren von Wechselstuben.

Karten akzeptieren fast alle Läden im Vereinigten Königreich, abgesehen von Pubs im Nachtleben. Denke daran dafür Bargeld dabei zu haben.

Beim Transfer von Euro auf ein Pfund Konto im Vereinigten Königreich fallen teils hohe Gebühren an. Vergleiche deswegen die Angebote deiner eigenen Bank mit internationalen Zahlungsdienstleistern.

Sonst empfehle ich dir noch einmal einen Blick auf das Aussehen der Pfund Sterling Banknoten und Münzen zu werfen. Das gilt ganz besonders, falls du auch die Kanalinseln besuchst. So vermeidest du Pfund der Kronkolonien mit nach England zu nehmen.

Falls du noch Fragen zum britischen Pfund Sterling hast oder dem Geld im Vereinigten Königreich im allgemeinen, dann schreibe mir eine Nachricht unten in den Kommentaren!

Thomas
Autor

Hi, ich schreibe schon seit Jahren über meine Reiseerfahrungen.

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