Fotos sind ein eigenes Geschäftsmodell in Ägypten.

Egal ob du privat, als Fotograf oder Blogger Bilder machen möchtest – denke an das nötige Schmiergeld und Touristenfallen. 

Bilder von Polizisten sind zum Beispiel streng verboten. Für viele Sehenswürdigkeiten ist ein eigenes Kamera-Ticket notwendig.

Die Wachen machen mit den Bildverboten und dem sich daraus ergebenden Bakschisch ein gutes Geschäft.

10 Fehler beim Fotografieren in Ägypten!

Kutschenfahrer vor der Cheops Pyramide
Kutschenfaher vor der Cheops Pyramide in Kairo

1. Fotografiere auf keinen Fall Polizisten, das Militär oder militärische Einrichtungen!

Schmiergeld, eine Strafe, die Löschung deiner Speicherkarte oder sogar der Verlust deiner Kamera drohen!

In Ägypten ist es streng verboten militärische Einrichtungen, Soldaten oder die Polizei zu fotografieren.

Bitte achte auch im normalen Leben darauf keine Polizisten zu fotografieren. Ist der Polizist oder Soldat vielleicht ein Beiwerk einer Straßenszene? Dann lass es bleiben.

Manche militärische Einrichtungen sind schlecht markiert. Die Kaserne am Fischereihafen von Hurghada ist zum Beispiel nur durch eine mit einer Spraydose geschriebenes „Military“ an einer Straßenabsperrung angeschrieben.

Säulenhalle im Karnak Tempel in Luxor
Karnak Tempel in Luxor: hier darfst du im Gegensatz zum Tal der Könige frei fotografieren.

2. Fotografieren im Tal der Könige

Du brauchst zusätzlich zum normalen Ticket ein eigenes Ticket für Fotografen. Es kostet 300 Pfund für drei Gräber, jedes zusätzliche Grab kostet mehr. Du darfst nur mit Ägyptischen Pfund zahlen, Euro akzeptiert die Kasse nicht.

Bilder mit Blitz sind in den Gräbern trotzdem streng verboten! Das Ticket gilt außerdem nur für eine Kamera. Nimmst du zwei mit, musst du zweimal zahlen!

Du hast keine Chance eine Kamera ins Tal der Könige zu schmuggeln. Ein Metalldetektor und eine Taschenkontrolle sorgt dafür noch vor dem Eingang.

Die Grabwächter kontrollieren am Eingang der Gräber dein Kamera-Ticket, die Wächter im Inneren machen das noch einmal. Erwischen sie dich ohne Kamera-Ticket, zahlst du natürlich Bakschisch.

Pro Grab haben mich die Wächter im Schnitt zwei Mal kontrolliert. Jeder Wächter macht das. Findet er eine unerlaubte Kamera, kann er Geld dafür verlangen.

Ich habe in den Gräbern viele mit Handys fotografieren gesehen. Das ging je nach Grab, Lust und Laune der Wächter manchmal gut und manchmal nicht. Einige Wächter verlangen Bakschisch für die Handy-Fotos, andere wollten, dass man die Bilder von der Speicherkarte löscht.

Grundsätzlich hilft in Ägypten immer Geld. Zum Beispiel gab es ein Grab, in dem dich der Wächter hinter die Absperrungen gehen und in den Sarkophag eines Pharaos klettern lässt – gegen 50 Ägyptische Pfund…

Denke immer daran, dass das Schmiergeld nur für den einen Wächter gilt. Kommt der nächste, musst du mit Pech noch einmal zahlen.

Bei oragnisierten Ausflügen aus Hurghada nach Luxor mit einem Reiseführer kannst du die Kamera immer im Bus lassen. Alternativ kannst du die Kamera auch am Eingang des Tals der Könige bei den Wachen abgeben. In den Bussen sind immer zwei Fahrer, die auf Wertgegenstände aufpassen.

Basar im Zentrum von Hurghada

3. Fotografieren im Ägyptischen Museum in Kairo

Du darfst nur mit einem 50 Ägyptische Pfund teuren zusätzlichen Fotografen-Ticket mit einer Kamera ins Museum hineingehen. Mit Stativ kostet das Ticket 300 Ägyptische Pfund und gilt für nicht-kommerzielle Aufnahmen.

Mit dem Ticket darfst du die frei zugänglichen Bereiche des Museums fotografieren. Im Raum mit dem Sarkophag und der Maske von Tutanchamun darfst du keine Fotos machen. Die Wächter darin verhindern sogar alle Fotos mit Smartphones.

Der Raum von Tutanchamun ist verglast. Mit einem Polfilter kannst du von draußen Fotos in einem eher schlechten Winkel machen.

Für den Mumiensaal musst du ein zusätzliches Ticket um 300 ägyptische Pfund kaufen. Dein Kamera-Ticket gilt darin nicht. Die Wächter verhindern auch alle Fotos mit einem Smartphone.

Autobahn in Kairo Richtung der Großen Pyramiden in Gizeh am frühen Morgen
Autobahn in Kairo Richtung der Großen Pyramiden in Gizeh am frühen Morgen

4. Fotografieren bei den Pyramiden von Gizeh

Du darfst im gesamten Gelände der Pyramiden frei fotografieren.

Falls du im Inneren der Pyramiden Fotos machen willst, dann musst du 300 Ägyptische Pfund zahlen.

In der Grabkammer der Cheops Pyramide sind alle Bilder streng verboten. Es hilft auch kein Bestechungsgeld für die Wachen, da eine Kamera an der Decke hängt.

Bilder im Inneren der kleinen Pyramiden der Frauen und Mütter der Pharaonen sind möglich.

Schiff vor Giftun Island im Roten Meer, Blick vom Heck auf das Beiboot und die Insel im Hintergrund
Schiff vor Giftun Island im Roten Meer

5. Fotografieren in Abu Simbel

Im äußeren Teil des Tempels darfst du fotografieren. Im Inneren des Tempels sind sogar Bilder mit Smartphones verboten.

Es gibt derzeit kein Fotografen-Ticket für den Tempel in Abu Simbel.

Die Wächter im Inneren des Tempels achten sehr genau auf die Einhaltung des Fotografier-Verbots. Das machen sie auch aus eigenem Interesse: erwischen sie dich mit einer Kamera oder einem Smartphone in der Hand, zahlst du zumindest Bakschisch.

Mit Pech nehmen sie dir die Kamera weg, verlangen das du die Speicherkarte löschst oder einfach nur das Bild, dass du gemacht hast.

Mann mit einem Teeglas am Fischmarkt in Hurghada

6. Straßenfotografie in Ägypten

In den Badeorten ist es kein Problem Bilder von Menschen zu machen. Manche fragen dich für ein Bild nach Geld. 50 Ägyptische Pfund verlangen Beduinen für Bilder mit ihren Kamelen.

Frage in Dörfern und abseits der touristischen Orte immer ob es okay ist Bilder von Menschen zu machen.

Bei den Reststätten entlang der Routen von Reisebussen stehen immer Beduinen mit ihren Tieren. Teils sind sie so kreativ und haben Esel dabei, auf die sie kleine Ziegen gesetzt haben – nach dem Motto „Bremer Stadtmusikanten“.

Straße in Kairo mit Autos
Seitenstraße 50m neben dem Ausgang der Großen Pyramiden in Kairo…

7. Fotografieren in Tempeln und „Geheimtipps“

Die Wachen in den Tempeln gehören mit Sicherheit zu den Top-Verdienern in Ägypten.

Sie haben einen Sport daraus gemacht Reisende mit Kameras in den Händen zu eher versteckten Bereichen der Tempel zu bringen. Eventuell gibt es im Tempel eine Nische mit schönen gefärbten Hieroglypen? Oder vielleicht einen besonders gut erhaltenen Raum?

Natürlich bringen dich die hilfreichen Wächter dorthin und erwarten dafür Bakschisch. Manche verlangen dafür durchaus 10€…

Die Fahrer der kleinen Touristen-Züge beim Hatschepsut Tempel und im Tal der Könige laden Reisende mit Kamera in der Hand gerne dazu ein ganz vorne zu sitzen. Nach dem Motto: „Hier machst du ganz besonders gute Bilder.“ Dafür möchten sie natürlich Geld haben.

8. Typisch gestellte Bilder und Instagram-Motive

Thomas auf einem Kamel vor den Pyramiden von Gizeh
Gemacht von einem Beduinen mit seinem Smartphone: sie kennen die Instagram-Klassiker…

Die Beduinen in Gizhe schauen sich sicher täglich die Instagram-Klassiker an.

Sie kennen jeden Winkel und jedes Motiv das gut ankommt. Kein Witz. Bei den Pyramiden verkaufen sie eigene Kamel-Foto-Tripps um Bilder wie oben zu machen.

Die Reiseführer kennen alle typischen Bildmotive schon auswendig.

Nervig sind leider manche Verkäufer von Tüchern nahe Sehenswürdigkeiten oder Raststätten. Sie fangen ohne Fragen damit an Tüchern um den Kopf zu wickeln für Bilder. Damit damit wollen sie ihre Tücher natürlich zu einem höheren Preis verkaufen. Bei den Pyramiden ist mir das alle paar Minuten aufgefallen.

Pferde mit Reitern und Staub der durch die aufgewirbelt wird.
Staub und Sand vor den Großen Pyramiden in Gizeh

9. Zerkratzte Linsen und Sand im Objektiv

Bitte achte besonders bei Ausflügen in die Wüste und an windigen Tagen auf deine Objektive.

Es gelangt in der Wüste sehr leicht Sand in deine Kamera! Das gilt auch für das Areal rund um die Pyramiden und im Tal der Könige. Besonders anfällig sind dafür Zoom-Obektive.

Sandkörner auf dem Objektiv können auch die Linse deiner Kamera zerkratzen. Entferne den Sand lieber mit einem Blasebalg oder versuche ihn wegzupusten. Ich schraube zur Sicherheit immer einen Filter auf meine Kamera-Obektive um sie vor solchen Schäden zu schützen.

Denke daran das Obektiv immer mit dem Wind im Hintergrund auszuwechseln. Bei Wüstensafaris mit Quads und windigen Tagen hält ein Wind- und Regenschutz den Sand gut von der Kamera fern.

Schnappschuss aus dem Autofenster: Taxi vor einer Autobahnauffahrt nahe den Pyramiden in Kairo.

10. Touristenfallen beim Fotografieren

Du hast dem Wärter Bakschisch für ein Foto gegeben? Er bringt dich in einen abgesperrten Bereich der Tempelanlage, du fängst an zu fotografieren und ein anderer Wächter kommt.

Er ist damit natürlich gar nicht zufrieden und will dir deine Kamera wegnehmen, die Speicherkarte löschen oder droht gleich mit der Polizei.

Ägyptische Reiseführer warnen davor, dass manche Wächter daraus ein abgekartetes Spiel machen und das ganze inszenieren. Du zahlst dadurch natürlich deutlich mehr als die 50 Ägyptischen Pfund, die du dem ersten Wächter gegeben hast. Ich habe das selbst nicht gesehen.

Fazit zum Fotografieren in Ägypten

Frage immer nach ob für Bilder in Sehenswürdigkeiten ein eigenes Ticket notwendig ist.

Die ägyptischen Behörden führen leider solche Verboten oder Kamera-Tickets für immer mehr Sehenswürdigkeiten ein

Fotografiere keinesfalls Soldaten, Polizisten und militärische Einrichtungen!

Mit Bakschisch gelangst du manchmal an unerwartet gute Aufnahmen an verbotenen Stellen. Das Kommentar eines ägyptischen Reiseführers dazu: „Es läuft nun einmal so in Ägypten. Du zahlst für jede Kleinigkeit. Die Menschen erwarten das.“

Du kannst dabei mitspielen der nicht.

Hast du selbst schon Erfahrungen mit dem Fotografieren in Ägypten gemacht? Oder eigene Tipps?

Dann schreibe mir unten in den Kommentaren!

Viel Spaß in Ägypten

Fotografieren in Ägypten: 10 typische Fehler von Touristen!
Fotografieren in Ägypten: 10 typische Fehler von Touristen!
Thomas
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Hi, ich schreibe schon seit Jahren über meine Reiseerfahrungen.

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