Aktualisiert 6. Mai 2020 von Thomas

Die Währung ​in der Schweiz ist der Franken. 

Für Reisen in die meisten Teile der Schweiz ist das Wechseln von Euro in Schweizer Franken notwendig. ​Läden akzeptieren oft Euro. Der Kurs ist aber deutlich schlechter als in einer Wechselstube.

​Die einfachste Lösung ist die Zahlung in der Schweiz mit einer Kreditkarte. 

​Hier habe ich noch alle anderen wichtigen Fragen zum Schweizer Franken gesammelt, einschließlich dem Geld abheben, Zahlen mit der Karte, Wechselstuben, Überweisungen und allgemeinen Informationen.

Schweizer Franken Münzen

​Es gibt Schweizer Franken und Rappen Münzen.

1. Geldscheine und Münzen in ​der Schweiz

Der offizielle Name für den Franken ist in der Schweiz in Schweizerfranken, im schweizerdeutsch Schweizerfranken, französisch Franc suisse, italienisch Franco svizzero und rätoromanisch ​Franc svizzer​.

Ein Franken ist in 100 Rappen eingeteilt (französisch Centimes, italienisch Centesimi, rätoromanisch Raps) 

  • Geldscheine: ​haben einen Wert von ​10, 20, 50, 100, 200 und 1.000 Schweizer Franken. 
  • Münzen: ​​haben einen Wert von 5, 10 und 20 Rappen und einen Wert von 1/2, 1, 2 und 5 Franken. 

​Eine Besonderheit ist in der Schweiz die Münze mit der Prägung 1/2 Franken (50 Rappen). Die Einteilung ist international einzigartig. Die Schweizer Geldscheine sind mehrsprachig gedruckt. Der Wert ist klar an Zahlen erkennbar.

Eine Rechnung aus einem Restaruant in der Schweiz in Schweizer Franken

Ein Trinkgeld von 10% ist in der Schweiz normal.

2. Zahlen in Restaurants, Geschäften und anderen Orten in ​der Schweiz

  • Trinkgeld: ​ein Trinkgeld von 10% des Rechnungspreises ist auch in der Schweiz normal. Die Rechnungen werden in der Schweiz wie in Deutschland getrennt. 
  • Kartenzahlung: die Zahlung mit der Karte ist in der Schweiz weiter verbreitet als in Deutschland. Eine kleine Menge Bargeld zahlt sich zur Sicherheit aus. Taxifahrer, manche kleine Läden und kleine Cafes nehmen manchmal keine Girokarten und keine Kreditkarten an. 
  • Steuern: ​Läden müssen eine Mehrwertsteuer zwischen 7,7%, 3,5% und 2,5% auf ​den Rechnungspreis aufschlagen. Die ​Steuer ist schon im Gesamtpreis enthalten. Die Rückerstattung ​der Steuer ist für Ausländer ab 300 Franken möglich. ​
  • Preis: die Lebenshaltungskosten sind in der Schweiz deutlich höher als in Deutschland. Ein Kaffee kostet mehr als 4 Franken, ein günstiges Hotelzimmer 120 Franken und ein Mittagessen 20 Franken.
Filiale der Bank UBS mit einer Filiale von Credit Suisse im Hintergrund in der Schweiz

UBS und Credit Suisse sind die größten Banken in der Schweiz.

3. Geld wechseln in Wechselstuben (Exchange)

​Das Geld wechseln ist in der Schweiz in Banken, Bahnhöfen (Western Union), größeren Hotels und Wechselstuben möglich. Den besten Wechselkurs haben die Banken. Sie ​nehmen nur Geldscheine an. 

​Zusätzlich zum selbst festgelegten Wechselkurs fällt in der Schweiz normalerweise eine Service-Gebühr an.

Die sicherste und einfachste Lösung zum Zahlen sind Kreditkarten. Eine kleine Menge Bargeld ist zur Sicherheit eine Empfehlung, zum Beispiel für Taxis.

Hier sind mehr Tipps zum Wechseln von Euro in Schweizer Franken.

Hotel in den Bergen der Schweiz

Zahle im Idealfall gleich mit der Karte. Packe aber zur Sicherheit ein wenig Bargeld in Schweizer Franken ein.

4. Geldautomaten (ATM) und Geld abheben

​Geldautomaten (ATM) gehören in der Schweiz zu allen Banken. Sie stehen auch an zentralen Orten und Einkaufszentren. 

​Mit Geldautomaten in der Schweiz ist das Geld abheben mit Kreditkarten von Visa, Mastercard und American Express und V-Pay und Maestro Girokarten möglich. ​

​Eine Eigengebühr für das Geld abheben verlangen wenige Automaten in der Schweiz. Das kommt am häufigsten im Flughafen, Bahnhof, Automaten von Wechselstuben und Touristengeldautomaten (Euronet) vor. 

Hebe Geld mit normalen Geldautomaten ab und rechne immer alle Transaktionen in Schweizer Franken ab.

Hier sind mehr Tipps zum Geld abheben in der Schweiz.

​Rechne in ​der Schweiz alle Transaktionen in Schweizer Franken ab! Rechnest du in Euro ab, darf der Betreiber der Geldautomaten oder des Kartenlesegeräts den ​Kurs zum Franken festlegen. Das System mit dem Namen Dynamic Currency Concersion ist ​kein Service. Es ist oft mehr als 10% teurer als der aktuelle Tageskurs von Visa und Mastercard. Die Betreiber der Geräte erhalten dafür eine Provision.

Schweizer Flagge in einer Fußgängerzone in der Innenstadt

Läden nehmen in der Schweiz fast immer Kreditkarten an.

5. Mit EC- und Kreditkarten in ​der Schweiz zahlen

​In der Schweiz funktionieren deutsche Maestro und V-Pay Girokarten. Visa und Mastercard sind die häufigsten Kreditkarten. American Express ist in der Schweiz auch eine häufige Zahlungsmöglichkeit.

Die Zahlung mit Karten ist in der Schweiz generell verbreiteter als in Deutschland. Das hat auch viel mit Reisenden zu tun, die nicht immer Geld wechseln möchten. Kreditkarten haben im Schnitt einen besseren Tageskurs als Banken und Wechselstuben in der Schweiz.

Packe im Idealfall eine Kreditkarte ohne eine Fremdwährungs- bzw. Auslandseinsatzgebühr ein. ​Die meiner Meinung nach beste Reisekreditkarte ist momentan die Genial Visa Card von der Hanseatic Bank.

Wasserfall in Lauterbrunnen in der Schweiz

Die Schweiz gehört zu den sichersten Reisezielen der Welt.

6. Touristenfallen beim Geld wechseln in ​der Schweiz

​Die Schweiz ist ein sicheres Land. Die Kriminalitätsrate ist geringer als in Deutschland. Es gibt trotzdem viele typische Touristenfallen in der Schweiz. Es handelt sich um Probleme, die in fast allen Ländern der Welt im Zusammenhang mit Reisen vorkommen. 

  • Wechselstuben und Banken: ​rechne auch in der Schweiz das Geld vorher nach, prüfe den Wechselkurs und rechne nach dem Geld wechseln das Geld noch einmal nach. 
  • Wechselgebühren: ​viele Banken und Wechselstuben verlangen in der Schweiz eine Service-Gebühr. Frage zur Sicherheit immer vorab danach, ob eine Gebühr anfällt. Vergleiche außerdem möglichst den Kurs der Banken und Wechselstuben.  
  • Flughafen-Geldautomat und Wechselstuben: ​​Wechselstuben im Flughafen und Bahnhof sind eine internationale Touristenfalle. Der Kurs ist im Schnitt 10% schlechter als in der Stadt. Meide dort das Geld wechseln nach Möglichkeit. 
  • Manipulation: manipulierte Geldautomaten kommen in d​er Schweiz natürlich auch vor. 
  • Sicherheit: ​​h​ebe auch in der Schweiz kein Geld um 2:00 in der Früh in einer dunklen Seitengasse ab. 
Genf und der See in der Schweiz

​Der Wechselkurs ist der größte Preistreiber von Auslandsüberweisungen.

7. Geld in die ​Schweiz überweisen

​Die Schweiz nimmt am europäischen Zahlungssystem SEPA teil. Die Konten haben auch einen IBAN. 

Es hängt von ​der Bank ab, ob sie die Schweiz als vollwertiges SEPA-Mitglied ​mit allen damit verbundenen Vorteilen anerkennt. Überweisungen in die Schweiz zählen sonst als Auslandsüberweisungen.

​Kosten von mehr als 50€ für eine 1.000€ Überweisung sind normal. Die meinen Gebühren verstecken sich im Wechselkurs der Banken. Dazu kommen Gebühren für den internationalen Zahlungsverkehr. Intermediärbanken werden für Überweisungen in die Schweiz oft von kleinen deutschen Banken verwendet. Das verursacht zusätzliche Kosten.

​Vergleiche die Konditionen und vor allem den Wechselkurs deiner eigenen Bank immer mit internationalen Zahlungsdienstleistern. Transferwise wechselt ​Euro in Schweizer Franken mit dem echten Marktpreis, ohne einen Aufschlag. ​Die Gesamtkosten ​sind ​meistens 80% günstiger als mit einer normalen Bank. Das Geld kommt in 0 bis 2 Werktagen an. ​Das schlägt fast alle VIP-Konditionen von normalen Banken. 

Transferwise akzeptiert private und geschäftliche Kunden. ​Davon können auch Grenzgänger aus Deutschland und Österreich profitieren.

​Hier sind mehr Tipps für Überweisungen in die Schweiz.

Schloss Oberhofen mit dem See dahinter

Die Schweiz hat sehr lockere Bestimmungen für die Ein- und Ausfuhr von Bargeld. Denke aber an die Regeln der EU!

8. Ein- und Ausfuhr von Bargeld in die Schweiz

​Laut der Eidgenössischen Zollverwaltung ist die Ein- und Ausfuhr von Barmitteln (Bargeld, Fremdwährung, Aktien, Obligationen, Schecks) mengenmäßig unbeschränkt in die Schweiz, durch die Schweiz oder aus der Schweiz ​möglich. Eine Anmeldung der Barmittel ist nicht notwendig. ​

Die Schweiz führt an der Grenze manchmal Kontrollen durch. Bei der Mitnahme von mehr als 10.000 Franken fragen die Zollbeamten nach der Herkunft, dem Eigentümer und dem Verwendungszweck der Barmittel. ​Beträge von mindestens 10.000 Franken werden auch in das Informationssystem der Zollverwaltung eingetragen.

​Die Ein- und Ausfuhr von mehr als 10 000 Euro ​in oder ​aus der ​EU ist meldepflichtig. Mehr Informationen stehen dazu auf der Seite des Auswärtigen Amt und auf der Seite des Deutschen Zoll

Pilatus in der Schweiz

Der Franken ist seit mehr als 150 Jahren die Einheitswährung der Schweiz.

9. Geschichte des ​Schweizer Franken

​Bis zur Gründung der Helvetischen Republik im Jahr 1798 ​haben die Kantone (Orte), Städte, Abteien und einzelner Herrschaften eigene Münzen ausgegeben. 1798 wurde von den Franzosen eine einheitliche Frankenwährung mit dem Namen franc de Suisse​ eingeführt.

Nachdem die Schweiz 1848 zu einem eigenen Bundesstaat wurde, führte sie den Schweizer Franken als Landeswährung ein. 

​Der Wechselkurs des Schweizer Franken ist seit dem Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems stabil. Der Franken gilt deswegen als eine krisensichere Währung. ​

Altstadt von Zürich mit der Brücke und der Kirche

Der Schweizer Franken gehört nach wie vor zu den sichersten Krisenwährungen.

10. Inflation und Geldabwertung

​Der Schweizer Franken war bis zum Ende der Goldpreisbindung im Jahr 1973 an den Preis des US-Dollar gebunden.

​Die wichtigste Änderung war danach der ​September 2011 eingeführte Mindestkurs von 1.20 Schweizer Franken pro Euro von der Schweizerischen Nationalbank​. Die Nationalbank hat die Preisbindung 2015 aufgehoben. Die Folge war ein Einbruch des Eurokurses zum Schweizer Franken.

Ein Franken war auf einmal nur noch 1 Schweizer Franken wert. Die Folge daraus war ein ​vorübergehender Einbruch der Schweizer Aktienmärkte, ein Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 0,1% in einem Quartal und ein Rückgang der Übernachtungen in der Schweiz um 7,4% in einem Jahr. Die Schweiz hat seitdem von der Freigabe des Wechselkurses profitiert. 

Der Grund für die Aufhebung der Bindung war die Abwertung des Euro zum US-Dollar in den vorigen Jahren. Die durch den schlechteren Kurs zum Euro höhere Verschuldung von deutschen und österreichischen Haushalten in Schweizer Franken ist nach wie vor eine Nachwirkung. 

Gasthaus Aescher Wildkirchli mit dem Bergpanorame dahinter

Zahle gleich mit der Karte, packe zur Sicherheit für die nächste Alm- oder Skihütte ein wenig Bargeld ein.

Fazit zum Geld in ​der Schweiz

​Für eine Reise in die Schweiz ist das Geld wechseln notwendig. Viele Restaurants schreiben zwar den Preis in Euro an, verlangen dafür aber einen deutlich schlechteren Kurs als in Banken oder Wechselstuben.

Denke daran, dass Banken und Wechselstuben gerne eine zusätzliche Service-Gebühr verlangen.

Zahle im Idealfall gleich mit der Karte. Das ist in der Schweiz am einfachsten. Deutsche Girokarten und Kreditkarten funktionieren in der Schweiz problemlos. 

​Der Preis von Überweisungen in die Schweiz hängt vom Wechselkurs der Bank und der Behandlung der Schweiz als SEPA Mitglied ab. Vergleiche auf jeden Fall den Preis deiner Bank mit internationalen Zahlungsdienstleistern.

​Der Franken ​gehört zu den ​krisensicheren Währungen der ​vergangenen Jahrzehnte. ​Den Status als Steueroase hat die Schweiz zumindest für kleine Anleger in den letzten Jahren eingebüßt. Die zunehmenden Informationspflichten sind ​das Symbol dafür.

Die Banken gelten trotzdem nach wie vor als eines der wichtigsten Krisenlager der Welt. Die Eröffnung eines Schweizer Kontos ist während einer Reise nach wie vor für deutsche und österreichische Staatsbürger möglich. 

Falls noch eine Frage zum Schweizer Franken offen ist oder du eigene Erfahrungen oder Tipps teilen möchtest, dann schreibe mir gerne unten in den Kommentaren.

​Gab es mit dem Geld in der Schweiz für dich bisher irgendwelche Probleme oder hat alles funktioniert?

Thomas


Hi. Hier teile ich meine Tipps, Erfahrungen und Erlebnisse aus der ganzen Welt. Besonders wichtig sind mir nützliche Reisetipps für müheloses Reisen.

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