Aktualisiert 2. März 2022 von Thomas

Geld wechseln: So tauschst Du günstig Währungen im Urlaub

Das ist mein kompletter Guide zum Geld wechseln.

Ich habe 18 Tipps gesammelt, wie, wo und wann du günstig Währungen tauschen kannst.

Die Artikelserie habe ich gestartet, weil mich selbst einmal eine Wechselstube in Prag um 30 % von meinem Geld abgezockt hat.

Seitdem habe ich Guide zum Geld wechseln für alle wichtigen Reiseländer geschrieben.

Ich fange mit dem häufigsten Fehlern an.

1. Soll ich in Deutschland Geld wechseln oder im Ausland?

Currency Exchange in London in England im Vereinigten Königreich

Das Geld wechseln ist im Ausland günstiger (Wechselstube in London, UK).

Tausche Währungen im Urlaubsland. Das ist günstiger als zu Hause in Deutschland.

Ich reise jedes Jahr in mehr als 20 Länder und habe noch nie zu Hause Geld gewechselt.

Deutsche Banken, Wechselstuben und Reisebanken müssen Fremdwährungen erst importieren, auf Lager halten und in ihren Filialen verteilen. Das verursacht Kosten, die du als Kunde schlussendlich bezahlst.

Dazu kommt der Einkaufs- und Verkaufskurs von Währungen, zu dem ich noch einen eigenen Punkt schreibe.

Der Unterschied ist gewaltig!

Das Tauschen der meisten Währungen ist im Urlaubsland 10 % bis 20 % günstiger als zu Hause in Deutschland. 

Im Ausland ist die Fremdwährung schon da. Euro nimmst du selbst mit.

Das ist der einfache Grund, weshalb das Geld wechseln im Urlaubsland günstiger ist als zu Hause in Deutschland.

Tipp: Das Vorbestellen von Reisegeld ist auch teurer als das Geld wechseln im Ausland. In dem Fall kommt noch das Porto für den Versand von deinem Geld dazu. Das ist verschenktes Geld.

2. Was ist ein guter Wechselkurs?

Migros Change Filiale in Basel in der Schweiz

Wechselstuben sollten ihren Kurs transaparent am Eingang anschreiben (Mirgos in Basel, Schweiz).

Damit du Angebote zum Geld wechseln vergleichen kannst, musst du wissen, was gut ist.

Der Kurs in einer guten Wechselstube sollte weniger als 5 % vom aktuellen Tagespreis abweichen.

In einigen Ländern sollte der Kurs deutlich günstiger sein, zum Beispiel in Dänemark, mit einer Abweichung von weniger als 2 %.

Der Vergleichswert ist der von der Europäischen Zentralbank festgelegte Tageskurs zwischen dem Euro und Fremdwährungen.

Du findest den Kurs einfach, indem du in Google "Wechselkurs + das Währungspaar" eingibst. 

Deutlich besser ist der Tageskurs von Wechselstuben ist der Kurs von Kreditkarten. Kurs von Visa und Mastercard weicht nur 0,3 % bis 2 % vom Tageskurs der EZB an.

Du kannst den Visa Tageskurs hier prüfen und den Mastercard Tageskurs hier.

Das ist der Kurs für das Bezahlen mit einer Karte und für das Geld abheben.

Dabei gibt es aber noch einige mögliche Gebühren, die von deiner eigenen Bank kommen können.

Dazu komme ich noch.

3. Wie vergleiche ich den Wechselkurs von Wechselstuben?

Currency Exchange in Sofia in Bulgarien

Exchange in Sofia. Haben Wechselstuben keinen Kurs angeschrieben und einen Euronet Geldautomaten, bin ich skeptisch.

Du musst zuerst den Tageskurs kennen.

Ein schneller Blick auf Google reicht dafür aus.

Google Maps ist deine beste Hilfe bei der Suche nach einer guten Wechselstube, Exchange in Englisch oder Cambio in Spanisch.

Exchanges haben auf Google Bewertungen, anhand denen du erkennst, ob das Angebot okay sein kann oder nicht.

Bei durchschnittlichen Bewertungen von mehr als 4,0/5,0 zahlt sich der Weg zu einer Wechselstube meistens aus.

Bei der Wechselstube angekommen, solltest du immer noch einmal den genauen Kurs und eine mögliche Kommission prüfen.

Ist der Kurs, der auf der Werbetafel angeschrieben ist, der Verkaufs- oder der Ankaufskurs einer Währung?

Das ist eine typische Touristenfalle, die zum Beispiel in Polen häufig vorkommt.

4. Was ist der Verkaufs- und Ankaufskurs von Währungen?

Links ist der BUY Preis und rechts ist der SELL Preis von einer Wechselstube in Serbien mit einerm sehr geringen Unterschied. Das ist gut.

Folge mir kurz:

Der höhere Verkaufspreis in Deutschland sagt dir, wie viel du für einen Euro bekommst, zum Beispiel 1 Euro für X Polnische Zloty. 

Er ist mit SELL auf Werbeschilder von Wechselstuben angeschrieben.

Der niedrigere Ankaufspreis sagt dir, wie viele Euro du für eine andere Währung bekommst, zum Beispiel X Britische Pfund für 1 Euro.

Er ist mit BUY angeschrieben.

Im Ausland, zum Beispiel in Dänemark, dreht sich das um. 

Du siehst den höheren Verkaufspreis (SELL) von 1 Dänischen Kronen für X Euro und den niedrigeren Ankaufspreis von X Euro für 1 Dänische Kronen (BUY).

Die zwei Kurse sind einer der Gründe, weshalb das Geld wechseln im Ausland günstiger ist. 

Der niedrigere BUY (Ankaufspreis) im Ausland ist für dich günstiger.

Viele Reisende verwechseln den Verkaufs- und Ankaufspreis im Ausland und denken, dass eine Wechselstube einen besonders guten Kurs hat.

Beispiel: 1 € für 4,5 Zloty BUY und 1 € für 5 Zloty SELL.

Ob absichtlich oder unabsichtlich, schreiben einige Wechselstuben nur den teuren Verkaufspreis für Euro an, zum Beispiel in der Altstadt von Warschau und Krakau.

Reisende denken dann, dass sie für einen 1 € 5 Zloty bekommen. Nein. Das ist der Verkaufspreis.

Prüfe das immer genau, bevor du einer Wechselstube Geld zum Tauschen gibst!

Tipp: Daran, wie groß der Unterschied zwischen dem BUY und SELL Kurs ist, erkennst du die Qualität einer Wechselstube. Umso enger die Preise zusammenliegen, umso geringer ist in der Regel der Aufschlag auf den echten Marktpreis.

5. Ist eine Kommission in Wechselstuben normal?

Exchange No Comission in Albanien

No Comission, eine typische Aufschrift, die in den meisten Ländern gilt (Tirana, in Albanien).

Einige Länder verbieten Kommissionen von Wechselstuben gesetzlich, zum Beispiel Rumänien.

Andere Länder haben oft extreme Gebühren, zum Beispiel Wechselstuben in der Schweiz

Im Flughafen Basel-Mülhausen-Freiburg habe ich eine Kommission von 6,90 % gesehen. Ich habe Guide zum Geld wechseln für alle Länder in Europa geschrieben. Das ist der Negativrekord.

In Oslo verlangt sogar die Touristeninformation eine Kommission.

Moderate Gebühren habe ich in Wechselstuben in Dänemark gesehen, von meist 1 bis 2 %. 

Die Kommission musst du zum Vergleich einer Wechselstube zum Wechselkurs dazurechnen.

Weicht der Tageskurs einer Wechselstube 4 % ab, ergibt sich daraus mit einer Kommission von 2 % ein 6 % schlechterer Kurs.

Du findest zum Glück in fast allen Ländern Wechselstuben ohne eine Kommission, sogar in der Schweiz, zum Beispiel haben einige Migros Filialen eine Exchange.

Tipp: Falls du nur Wechselstuben mit einer Kommission von mehr als 2 % findest, solltest du dringend ans Geld abheben oder das Bezahlen mit einer Karte denken.

6. Ist das Geld abheben günstiger als das Geld wechseln?

Geldautoaten in der Türkei haben oft eine Eigengebühr. Sonst ist das Geld abheben günstiger.

Das kommt auf die Konditionen von deiner Bank, deine Karte und dem Geldautomaten an. 

  1. Hast du eine dauerhaft gebührenfreie Karte mit dem Tageskurs von Visa oder Mastercard? 
  2. Hast du eine Karte ohne Geldautomatengebühr und ohne Fremdwährungsgebühr von deiner eigenen Bank?
  3. Hat der Geldautomat im Ausland keine Fremdgebühr - also keine eigene Gebühr für das Geld abheben?

Ist die Antwort auf alle drei Fragen, ja?

Dann ist das Geld abheben günstiger als das Tauschen von Bargeld in einer Wechselstube.

Mit dem günstigen Kurs von Karten können Wechselstuben nicht mithalten. 

Das gilt aber nur, falls deine Karte keine Geldautomatengebühr hat. 

Deutsche Banken verlangen meistens 5 € bis 10 € für Transaktionen mit einem Geldautomaten. Es gibt auch Karten, die gar keine Geldautomatengebühr haben. 

Deswegen ist noch einmal mein Tipp: Vergleiche die Konditionen von deinen Karten!

7. Ist das Bezahlen mit einer EC-Karte, Girokarte oder Kreditkarte günstiger?

Bezahlen mit Karte in Thailand

Thailand: Sogar die Stände der Night Markets nehmen inzwischen Kreditkarten an.

Das kommt auf die Konditionen an. 

Die Fremdwährungsgebühr und Auslandseinsatzgebühr kommt von deiner eigenen Bank im Fall von Karten von Visa und Mastercard.

American Express und Diners Card Kreditkarten aus Deutschland haben immer eine hohe Fremdwährungsgebühr von bis zu 4 %.

Im Durchschnitt machen die Gebühren 2 % aus, es gibt auch Kreditkarten ohne Währungs- und Auslandseinsatzgebühren.

Der Kurs von Kreditkarten weicht für die meisten Währungen nur 0,3 % bis 2 % ab.

Im Idealfall bezahlst du mit einer Kreditkarte einen Aufschlag auf den Kurs von nur 0,3 % bis 2 % auf den echten Marktpreis, an einem Tag mit einem guten Wechselkurs sogar weniger als 0,3 %.

Beim Bezahlen mit einer Kreditkarte bleibt außerdem kein Bargeld am Ende der Reise über, dass du zurücktauschen musst.

Günstiger geht es nicht.

8. Vorsicht! Touristenfalle DCC

DCC Geldautomat in Serbien

DCC-Abfrage mit einem Aufschlag von 9,75 % auf den Wechselkurs. Akzeptiere die Umrechnung nicht.

Du hast eine dauerhaft gebührenfreie Kreditkarte ohne Fremdwährungsgebühr, mit dem Kurs von Visa oder Mastercard und es kann trotzdem noch etwas schieflaufen - DCC - Dynamic Currency Conversion.

DCC ist die häufigste Touristenfalle der Welt.

Sie verursacht einen 4 % bis 13 % schlechteren Wechselkurs im Vergleich zum Tageskurs von Visa und Mastercard.

Dahinter steckt die einfache Frage von Geldautomaten, Kartenlesegeräten und Online-Shops: "In der Kartenwährung Euro oder in der Landeswährung abrechnen?"

Rechnest du in Euro ab, dürfen die Betreiber der Geldautomaten, Kartenlesegeräte und Online-Shops den Wechselkurs festlegen.

Das ist kein Service.

Für die Abzocke gibt es sogar eine Provision.

Wichtig! Merke dir deswegen einen Grundsatz: Rechne im Ausland immer Transaktionen mit einer Karte in der Landeswährung ab. Verzichte auf den vermeintlich "garantiert festgelegten Wechselkurs".

9. So vermeidest du die Fremdwährungsgebühr

Vergleiche die Konditionen von deinen Karten!

Die Fremdwährungsgebühr kommt im Fall von Visa und Mastercard Karten von deiner eigenen Bank.

Kreditkarten ohne Fremdwährungsgebühr gibt es in Deutschland deswegen nur von Visa und Mastercard.

Hast du eine gebührenfreie Karte?

Dann bezahle mit der Karte.

Falls du keine Karte ohne eine Fremdwährungsgebühr hast, gibt es dauerhaft kostenlose Kreditkarten für Reisen.

Eine gute Kreditkarte für Reisen darf dauerhaft keine Jahresgebühr, keine Fremdwährungsgebühr, keine Auslandseinsatzgebühr und keine Geldautomatengebühr haben.

Deine Kreditkarte sollte außerdem den Tageskurs von Visa oder Mastercard verwenden, ohne einen Aufschlag von deiner Bank.

Die monatliche Abrechnung sollte automatisch ohne Kontowechsel funktionieren, mit einem Rahmen für die Kaution von Autos, Hotels und unerwartete Ausgaben.

In meinem Vergleich der besten Reisekreditkarten erfüllt die dauerhaft gebührenfreie schwarze Genial Visa Card von der Hanseatic Bank die Konditionen am besten.

Das kann die Karte:

  • Keine Jahresgebühr: Dauerhaft, ohne Mindestumsatz.
  • Keine Auslandseinsatzgebühr: Bezahle weltweit in Fremdwährungen, ohne eine Fremdwährungs- und Auslandseinsatzgebühr.
  • Keine Geldautomatengebühr: Keine Gebühren für das Geld abheben zu Hause in Deutschland und dem Rest der Welt von der Hanseatic.
  • Kein Kontowechsel: Trotzdem mit einer 100 % automatischen Abrechnung oder mit einem Wechsel auf eine Teilzahlung ab 20 € pro Monat per Einstellung in der App ohne Kontowechsel zur Hanseatic.
  • Echte Kreditkarte: Mit einem Rahmen von bis zu 2.500 €.
  • Online-Shopping ohne Fremdwährungs- und Auslandseinsatzgebühr. 
  • Kostenlose Zusatzkarte. 
  • 5 % Rabatt im Reiseportal der Hanseatic.

Der Antrag der Genial Card funktioniert mit einer Online-Sofortentscheidung mit Video-Ident. 

Das geht von zu Hause mit einem Smartphone ohne Papierkram.

Deine neue Karte kommt danach in ein paar Werktagen mit der Post nach Hause.

Du kannst mit ihr in Zukunft im Ausland gebührenfrei bezahlen und weltweit ohne Gebühren von deiner eigenen Bank Geld abheben - auch zu Hause in Deutschland.

Der Grund weshalb ich speziell die Genial Card empfehle ist die automatische Abrechnung der Kreditkarte ohne einen Kontowechsel.

Dadurch kannst du dein Konto einfach besser machen.

Es kostet nichts, und du sparst Geld.

Zum Antrag: Hier ist der Link zum Online-Sofortantrag der Genial Visa Card von der Hanseatic Bank.

10. Häufige Touristenfallen von Wechselstuben

Die berühmt-berüchtigte Wechselstube in Prag, die meine Artikelserie zum Geld wechseln gestartet hat, mit einem Beleg-Trick, der dich 30 % von deinem Geld kostet.

  • Falscher Kurs: Der gute Kurs steht auf einer Leuchtreklame und der schlechte Kurs am Beleg oder kleingeschrieben als eigentlich gültiger Kurs nahe der Reklame. Das ist einer der internationalen Klassiker. Frage immer nach dem Kurs und achte genau darauf, was am Beleg steht. Unterschreibe keine Belege in einer fremden Sprache! Das ist ein häufiges Problem beim Geld wechseln in Tschechien, speziell in Prag.
  • Versteckte Gebühren: Es steht groß "Keine Gebühren" oder "No Comission" am Eingang, die Wechselstube will aber trotzdem eine Gebühr. Sage nein und gehe weiter.
  • Geld nachzählen: Ob unabsichtlich oder absichtlich - rechne genau nach, wie viel Geld du der Wechselstube gibst, wie viel du bekommen solltest und wie viel du schlussendlich in der Hand hältst. Das ist besonders in der Nähe von Party-Vierteln ein Problem. Stichwort Alkohol. 
  • Falsche Währung: Viele Länder haben Münzen eingeführt, die wie 1 oder 2-Euro-Münzen ausschauen. Solche Münzen gibt es von der Türkei bis Mexiko. Ob absichtlich oder unabsichtlich, manchmal landet die falsche Münze in deiner Geldbörse. Achte darauf.

11. Tausche niemals mit Straßenhändlern Geld!

Einkaufsstraße in Sofia in Bulgarien: Tausche auf der Straße niemals Geld, egal in welchem Land!

Egal in welchem Land - tausche niemals mit Straßenhändlern dein Geld.

Die Chance auf Falschgeld, einen Betrug oder andere Probleme ist in dem Fall maximal.

Das Tauschen von Geld ist zum Beispiel eine besonders häufige Masche in Prag und in Bulgarien.

Die Händler tauschen anstatt echten Tschechischen Kronen oder Bulgarischen Lew wertlose alte Weißrussische Rubel ein. In Prag gibt es sogar eigene Warnschilder vor den Trickbetrügern.

Im schlimmsten Fall, klaut ein Komplize während dem Geld tauschen deine andere Wertsachen. Dazu gibt es Videos auf YouTube, speziell zu Bulgarien.

Hinweis: In einigen Ländern wechseln Einheimischen gerne Euro-Münzen, zum Beispiel in Ägypten, das kann okay sein, weil im Ausland Wechselstuben selten Euro-Münzen annehmen. Tausche trotzdem keine Münzen auf der Straße, egal wo.

12. Scams von Geldautomaten

Sehr hoch eingestellte Mindestsumme von einem Geldautomaten in Polen.

  • Hohe Vorgabe: Bei der Karlsbrücke in Prag zeigen die Automaten zum Beispiel Beträge ab 10.000 Kronen an. Das sind umgerechnet 400 €! Einen geringeren Betrag musst du erst händisch auswählen. Dazu kommen gerne hohe Gebühren und Dynamic Currency Conversion Abfragen. So eine Transaktion bringt dem Geldautomatenbetreiber leicht 40 € oder mehr. 
  • Landeswährung: Dynamic Currency Conversion mit den zusätzlichen Gebühren für Transaktionen in Euro habe ich schon erwähnt. Das Problem ist International, egal ob du in Thailand, Schweden oder den USA bist. Hebe immer Geld in der Landeswährung ab und zahle in der Landeswährung!
  • Fester Wechselkurs: Das kommt sehr oft innerhalb der Flughafen-Terminals vor. Die Automaten haben einen vom Betreiber festgelegten Wechselkurs, der stark zu deinem Nachteil ausfällt. Hebe Geld immer außerhalb der Terminals oder mit einem normalen Geldautomaten in der Stadt ab.

13. Zum Geld wechseln gehören auch Überweisungen

Bank of England in London: Das Senden von Geld ins Ausland gehört auch zum Geld wechseln.

Banken müssen ihren Aufschlag auf den Tageskurs der EZB anzeigen. 

Die Suche nach dem Kurs dauert oft einige Zeit, weil er irgendwo in den AGB verlinkt ist oder an einer anderen Stelle auf der Webseite aufscheint.

Ihr Kurs weicht meistens 2 % vom echten Marktpreis für häufige Währungen ab, für seltene Währungen aus europäischer Sicht ist der Aufschlag auf den Kurs teils noch höher.

Kleine Banken tauschen Währungen außerdem selten direkt, weil sie es nicht können.

Sie greifen dafür auf große internationale Banken zurück, die als Intermediärbanken (Zwischenbanken) an der Transaktion teilnehmen. 

Die Rolle übernimmt zum Beispiel die Deutsche Bank.

Jede beteiligte Intermediärbank verlangt eine Grundgebühr von 15 bis 25 € pro Transaktion.

Für echte Auslandsüberweisungen außerhalb der EU und außerhalb dem EWR (EU plus Norwegen und Island) gibt es eine Grundgebühr ab 10 € pro Transaktion. Darüber hinaus fallen meist 2 % der Transaktionssumme als Gebühren an.

Durch die Kombination aus Gebühren sind Kosten von 50 € für eine kleine 250 € Überweisung in Drittländer möglich.

Innerhalb der EU gibt es mit SEPA keine Grundgebühr, zumindest für private Transaktionen unter 50.000 €. Hier gibt es nur den Aufschlag auf den Wechselkurs und eine mögliche Währungsgebühr.

Es gibt dafür Alternativen.

Internationale Finanzdienstleister haben einen besseren Kurs als Banken.

Damit meine ich nicht das teure PayPal und nicht das teure Western Union System.

Wise.com tauscht die meisten Währungen mit dem echten Marktpreis ohne einen Aufschlag, mit einer kleinen Gebühr. Ein Blick auf TransferGo.com und CurrencyFair.com zahlt sich auch aus.

Ich habe jeweils meine Reviews von Wise.com, CurrencyFair.com und TransferGo.com verlinkt.

Mehr lesen: Guide für günstige Auslandsüberweisungen: So vermeidest Du hohe Gebühren!

14. Bargeld ins Ausland senden

Western Union, Moneygramm und Ria sind die drei typischen Anbieter (Nis, in Serbien).

Western Union ist der Marktführer.

Du gehst in eine Western Union Filiale, zahlst Geld ein, und ein paar Minuten später bekommt dein Verwandter im Ausland in einer Filiale im Heimatland Bargeld ausbezahlt.

Inzwischen akzeptiert Western Union auch Online-Einzahlungen mit einer Kreditkarte.

Durch die Konkurrenz von Moneygram und RIA haben sich die Kosten von Western Union auch verbessert. Der Aufschlag auf den Wechselkurs in den Filialen begrenzt sich auf rund 5 % für häufige Währungen. Dazu kommen Gebühren.

Online ist der Wechselkurs günstiger, mit kleineren Gebühren. Du musst trotzdem mit Kosten von teils 10 % und mehr für das Senden von Geld rechnen.

Willst du Kleinstbeträge ins Ausland senden, speziell nach Afrika, Südamerika und Asien, solltest du dir die Preise von Remitly anschauen. Sie haben sich auf Transaktionen in mehr als 100 Länder spezialisiert.

Tipp: Vergleiche den Preis mit Azimo. Wir senden mit ihnen unser Geld ins Ausland. Sie haben online deutlich günstigere Gebühren, einen guten Wechselkurs und tausende Partnerfilialen in den meisten Ländern.

15. Große Beträge wechseln

Finanzdistrikt mit Banken in New York in den USA

New York: Für größere Beträge zahlt sich ein Multi-Währungs-Konto oder ein FX-Broker aus.

Für das Wechseln von großen Beträgen kann sich ein eigenes Multi-Währungs-Konto oder ein Konto von einem FX-Broker auszahlen.

Das günstigste Multi-Währungs-Konto hat Wise.com (vormals Transferwise), dauerhaft ohne Jahresgebühr, mit dem echten Devisenmittelkurs, mit einer kleinen Gebühr für das Tauschen von Währungen. 

Wise.com gibt es auch als Geschäftskonto "Wise.com for Business".

Die nächste Alternative ist ein Konto von Revolut. Im Standard-Konto ist eine monatliche Freimenge für das Tauschen von Währungen enthalten, auch für Geschäftskunden.

Ich habe beide Konten.

Falls du fünf bis sechsstellige Beträge tauschen möchtest, gibt es dafür ein eigenes Support-Team von Wise.com.

Die nächste Alternative ist ein Konto von einem Forex Broker, einer Handelsbörse für Währungen, dem Devisenmarkt. 

Einen Zugriff auf den FX-Markt geben dir fast alle Online-Broker in Deutschland mit einem teils besseren, teils schlechteren Kurs.

Willst du die getauschten Währungen aus dem Broker möglichst international versenden, wirf einen Blick auf Interactive Brokers. Ihre Software läuft im Hintergrund bei einem großen Anteil der anderen Broker aus Deutschland. Damit umgehst du den Mittelsmann.

Tipp: Für das Tauschen von Währungen zahlen sich Konten von FX-Brokern erst ab einem guten fünfstelligen Umsatz pro Jahr aus. Ein kostenloses Konto von Wise.com hilft auch Studenten im Ausland. Es ist die Lösung für alle.

16. Soll ich Reisegeld online bestellen?

Bestelle online keine Währungen. Die Cambio in der Dominikanischen Republik ist ziemlich sicher günstiger, obwohl sie nicht einladend ausschaut.

Das Bestellen von Währungen schaut auf den ersten Blick bequem, günstig und einfach aus.

Ja. Es ist bequem, aber teuer.

Prominente Anbieter auf der ersten Seite von Google haben einen Aufschlag von 5 % bis 15 % auf den aktuellen Marktpreis der meisten Währungspaare. Vergleiche das gerne. 

Schau dir den Kurs an und google zusätzlich den aktuellen echten Marktpreis.

Zum Aufschlag auf den Kurs kommt das Porto für das Versenden mit der Post dazu.

Und einige Anbieter haben noch eine Gebühr für das Einzahlen von Geld ...

Du verlierst dadurch schlussendlich mehr als 15 % von deinem Geld.

Eine durchschnittliche Wechselstube im Urlaubsland ist günstiger.

17. Wo soll ich Geld in Deutschland tauschen?

Currency Exchange FX in Reykjavik: Wenige Wechselstuben tauschen Isländische Kronen in Deutschland.

Den kleinsten Aufwand hast du in deiner eigenen Bankfiliale. Frage nach, wie viel es kosten würde.

Abhängig von deinem Kontopaket gibt es vielleicht günstige Angebote.

Die nächstbeste Alternative sind Filialen von deutschen oder internationalen Großbanken.

Falls du einen höheren Betrag tauschen möchtest, kommt es auf das Währungspaar an.

Möchtest du Euro in Türkische Lira wechseln, ist eine Bank mit türkischem Hintergrund eine Option. Dasselbe gilt für das Tauschen von Euro in Russische Rubel, Chinesische Renminbi oder US-Dollar.

18. Geld in Euro zurücktauschen

Wechselstube in Brasov in Rumänien

Wechselstube in Brasov in Rumänien: Wenige deutsche Wechselstuben tauschen Rumänische Leu in Euro.

Tausche Währungen in deinem Reiseziel in Euro zurück.

Das klingt seltsam, weil ich geschrieben habe, dass das Geld wechseln im Ausland günstiger ist. Eigentlich ist der Euro die Fremdwährung im Ausland.

Deutsche Wechselstuben nehmen nicht alle Währungen an. Sie tauschen US-Dollar, Britische Pfund, Thai Baht, Dirham VAE, Türkische Lira und ähnliche Währungen.

Mit Jordanischen Dinar hast du Pech.

Kleine Beträge nehmen deutsche Banken nicht an. Oder die Grundgebühr ist zu hoch. Das Restgeld kannst du dann nur noch in den Spendentopf im Airport werfen oder für die nächste Reise aufheben.  

Die Wechselstuben in den deutschen Flughäfen haben einen schlechten Kurs, mit einem Aufschlag von oft mehr als 20 %.

Ich habe Guides zum Geld wechseln für alle Urlaubsländer in Europa geschrieben - vom Geld wechseln in England bis hin zum günstigen Geld wechseln in der Ukraine.

Deutschen Flughäfen gehören weltweit zu den teuersten Orten zum Geld wechseln. Besonders negativ ist mir Frankfurt aufgefallen.

Im Ausland kannst du die Landeswährung mit einem Aufschlag von meistens weniger als 10 % in Euro zurücktauschen. Ausgenommen davon sind Münzen. Wechselstuben nehmen sie selten an.

Das ist teuer, aber besser als gar nicht.

Fazit zum Geld wechseln

Ich hoffe, du hast Antworten auf deine Fragen zum Geld wechseln gefunden.

Falls nicht, schreibe mir gerne unten in den Kommentaren.

Kurz zusammengefasst, solltest du dein Geld nicht in Deutschland tauschen. Ich habe die halbe Welt gesehen und noch nie zu Hause Geld gewechselt. 

Wir leben in einer Welt, in der du auch in Mexiko am Markt mit einer Karte bezahlen kannst.

Das ist immer die bevorzugte, günstigste Lösung. Danach kommen Geldautomaten und danach erst Wechselstuben im Urlaubsland.

Hast du dazu noch eigene Tipps, eine Meinung oder Erfahrungen?

Dann schreibe mir gerne.

FAQ (Häufige Fragen)

Wo kann man am besten Geld wechseln?

Am besten kann man Geld wechseln in Wechselstuben im Ausland. Sie haben einen besseren Kurs für das Tauschen von Euro in ihre Landeswährung. Beim Zahlen mit einer Karte ist der Kurs günstiger als in einer Wechselstube. Er weicht bei Kreditkarten von Visa und Mastercard ohne einen Aufschlag von der eigenen Bank im Schnitt nur 0,3 % bis 2 % vom aktuellen Tageskurs der EZB ab.

Wie viel darf das Geld wechseln kosten?

Das Geld wechseln sollte weniger als 4 % kosten. Im Preis eingerechnet ist der Aufschlag auf den Wechselkurs und eine mögliche Gebühr für das Geld wechseln. Kosten von weniger als 2 % für das Geld wechseln sind gut, weniger als 1 % sehr gut. Alles über 5 % ist teuer.

Was ist der Verkaufspreis und Ankaufspreis von Währungen?

Der Verkaufspreis in Deutschland sagt aus, wie viel du für einen Euro bekommst, zum Beispiel 1 Euro für X Polnische Zloty. Er ist mit SELL auf Werbeschilder von Wechselstuben in Deutschland angeschrieben. Du kaufst damit mit deinem Geld eine andere Währung.

Der Ankaufspreis sagt dir, wie viele Euro du für eine andere Währung bekommst, zum Beispiel X Britische Pfund für 1 Euro. Er ist mit BUY angeschrieben. Eine Wechselstube verkauft damit eine Währung für dich in Euro.

Im Ausland sind die Preise umgekehrt angeschrieben, zum Beispiel in Dänemark. Dort ist der SELL Kurs mit 1 Dänischen Krone für X Euro angeschrieben und der BUY Kurs für x Euro mit 1 Dänischen Krone angeschrieben. 

Soll ich zu Hause in Deutschland Geld wechseln?

Tausche Geld im Urlaubsland. Das ist günstiger als zu Hause in Deutschland. Deutsche Banken müssen fremde Währungen erst importieren, auf Lager halten und verkaufen. Das verursacht Kosten, die Kunden am Ende des Tages bezahlen.


Im Ausland ist die Fremdwährung schon da. Euro nehmen Kunden selbst mit. Dadurch ist der Kurs im Ausland günstiger als in Deutschland, weil weniger Kosten anfallen.

Soll ich online Reisegeld bestellen?

Nein. Das Bestellen von fremden Währungen kostet mehr als das Geld wechseln im Ausland. Zum Wechselkurs von Online-Banken kommen Porto und mögliche Gebühren dazu. Das verursacht Mehrkosten von 10 % bis 20 % im Vergleich zu den besten Optionen zum Geld wechseln.

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Thomas


Hi, ich bin Thomas. Ich reise jedes Jahr in mehr als 20 Länder. Hier teile ich meine Tipps, wie auch du mühelos viel von der Welt siehst.

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  • Hallo Thomas,
    was hältst du davon Euros gegen Britische Pfund bei der Sparkasse einzutauschen? In meinen Augen ist es deutlich bequemer, aber wie viel teurer ist es wirklich?
    Viele Grüße
    Sebastian

    • Hallo Sebastian,

      das Tauschen von Euro in Britische Pfund mit der Sparkasse ist nicht notwendig.

      Im UK ist es wahrscheinlicher, dass du nur mit einer Karte bezahlen darfst, als dass ein Laden nur Bargeld annimmt.

      Die Wechselstuben im UK haben außerdem einen besseren Kurs als Banken und Wechselstuben zu Hause in Deutschland.

      Bezahle am besten alles mit einer Karte. Das ist am günstigsten.

      Ich habe dazu einen eigenen Guide geschrieben. Gib einfach „England“ in das Suchfeld im Menü ein.

      LG Thomas

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