Soll ich zu Hause mein Geld wechseln?

Zahlt es sich das Geld wechseln in eine andere Währung überhaupt aus? Und wo gibt es den besten Wechselkurs?

Hier sind meine Antworten auf die meist gestellten Fragen, typische Fehler und Tipps zum Geld wechseln.

Ich hoffe, dass sie dir helfen ohne Spesen zu Reisen.

10 Fehler, die Spesen beim Geld wechseln kosten

1. Soll ich Geld zu Hause bei der eigenen Bank wechseln?

Türkische Lira Geldscheine liegen auf einem Tisch, 10 und 20 Lira Noten
Hat deine Bank zu Hause Türkische Lira auf Lager?

Banken nennen Bargeld in ausländischen Währungen Valuten

Der Kurs für Valuten ist von Bank zu Bank sehr, sehr unterschiedlich! Eine generelle Regel gilt aber: deine Bank verlangt zu Hause fürs Geld wechseln immer einen schlechteren Kurs als eine Bank in deinem Urlaubsziel. Weshalb?

Deine Bank muss ausländische Währungen erst nach Deutschland transportieren und auf Lager halten. Im Ausland ist die andere Währung schon da. Du bringst Euro selbst mit.

Deswegen kann eine Wechselstube, zum Beispiel in London, einen besseren Kurs für den Kauf von Pfund Sterling mit Euro anbieten als deine Bank zu Hause. Die Kosten sind für die Wechselstube im Ausland kleiner.

Daraus ergibt sich eine Grundregel: „Wechsle dein Geld auf keinen Fall zu Hause, sondern erst im Ausland!“

2. Soll ich überhaupt vor dem Urlaub Geld wechseln?

Straßenschlucht in Hong Kong Central
In Hong Kong akzeptiert niemand Euro. Wie schaut es im europäischen Ausland aus?

Für 98% aller Reiseziele ist es besser das Geld erst im Urlaub zu wechseln.

Deine Bank zu Hause, diverse Online-Services und Wechselstuben berechnen in Deutschland immer einen schlechteren Kurs als in deinem Reiseziel.

Es zahlt sich nur aus Geld zu Hause zu wechseln, falls du in ein Land fährst, in dem es schwierig ist an Bargeld zu gelangen. Das ist in keinem der viel besuchten Reiseziele ein Thema.

Zum Beispiel kann es in China abseits der Städte ein Problem sein einen Automaten zu finden, der europäische EC- oder Kreditkarten akzeptiert.

Kein Problem ist das in allen europäischen Ländern, Süd- und Nord-Amerika und allen typischen asiatischen und afrikanischen Reisezielen.

3. Meide Wechselstuben am Flughafen, Bahnhof und nahe Sehenswürdigkeiten!

Große Markthalle in der Altstadt von Budapest mit Marktständen, Restaurants und vielen Menschen in den Gängen.
Budapest ist ein klassisches Beispiel: die Wechselstube am Bahnhof Keleti hat im Vergleich einen um 20% schlechteren Kurs als Wechselstuben in der Innenstadt (zum Beispiel hier in der Großen Markthalle)

Die Wechselstuben am Flughafen zahlen viel für ihre Lage. Ihnen ist auch klar, dass es kaum eine Alternative zu ihnen gibt. Deswegen können die Wechselstuben am Flughafen, teils an Bahnhöfen und nahe Sehenswürdigkeiten einen schlechteren Kurs berechnen.

Wechsle am Flughafen nur Geld, falls es wirklich sein muss. Tausche deswegen am besten nur einen kleinen Teil deiner Euro am Flughafen oder Bahnhof um, zum Beispiel nur für das Taxi oder den öffentlichen Verkehr.

Im Zweifelsfall ist die Wechselstube am Flughafen meistens trotzdem noch günstiger als das Geld zu Hause zu wechseln.

4. Mit Dynamic Currency Conversion verlierst du bis zu 10% von deinem Geld!

Typische Touristen-Geldautomaten in der Gozsdu Passage in Budapest.
Typische Touristen-Geldautomaten in der Gozsdu Passage in Budapest.

Bankautomaten und Kartenlesegeräte stellen im Ausland während der Transaktion oft die Frage: „In Euro oder in der Landeswährung abrechnen?“

Rechne beim Geld wechseln im Ausland immer in der Landeswährung ab! Sonst darf der Automateninhaber den Wechselkurs festlegen. Das System nennt sich Dynamic Currency Conversion (dynamische Währungsumrechnung) und fällt zu deinem Nachteil aus.

Die als Service getarnte DCC kostet dich durchaus 10% vom deinem Geld. Besonders gerne haben Geldautomaten nahe Sehenswürdigkeiten, Flughäfen und Bahnhöfen die Abfrage installiert. Ein klassisches Beispiel sind die allgegenwärtigen gelb-blauen Euronet Automaten nahe Sehenswürdigkeiten in Europa.

Die Automateninhaber nutzen noch andere Formulierungen wie: „Zu einem festen Wechselkurs abrechnen?“ oder „Garantierter Wechselkurs!“ oder „In Euro abrechnen?“

Drücke immer auf „Nein“ und rechne die Transaktion in der Landeswährung ab! Bei missverständlich formulierten Fragen musst du kurz nachdenken.

Noch einmal die generelle Faustregel, weil sie so wichtig ist! Rechne Transaktionen im Ausland immer in der Landeswährung ab! Du bist in England? Dann rechne mit Britischen Pfund Sterling ab, anstatt mit Euro.

5. Erst Geld wechseln, dann im Restaurant zahlen!

Tschechische Kronen Geldscheine auf einem Restaurant-Tisch.
Geld wechseln ist Arbeit für Restaurants: natürlich verlangen sie dafür mehr auf der Rechnung!

Besonders schlecht ist der Wechselkurs, falls du mit Euro im Ausland in einem Restaurant oder einem Geschäft zahlst.

Der Kurs ist mit Sicherheit schlechter als in einer Wechselstube, mit Karten-Zahlung oder am Geldautomaten.

Denke daran, dass der Kellner deine Euro später selbst zu einer Wechselstube tragen muss. Dort zahlt er den Kurs der Wechselstube und möchte Geld für seine zusätzliche Arbeit haben.

Meine Erfahrung ist, dass Restaurants deswegen im Schnitt einen mindestens 10% schlechteren Kurs haben als Wechselstuben.

Manchmal kannst du noch um den Wechselkurs verhandeln. Dadurch lassen sich einige Prozente herausholen. Mit Euro anstatt in der Landeswährung zu zahlen ist trotzdem eine Notlösung, die sich sehr, sehr selten auszahlt.

6. Denke daran zu Kurs von Wechselstuben zu vergleichen!

Eingang der eXchange s.r.o. in Prag
Manche Wechselstuben sind richtige Touristenfallen! In Prag empfiehlt die Tourismusinformation zum Beispiel nur eine einzige Wechselstube in der Innenstadt! (eXchange s.r.o. in Prag)

Vergleiche nach Möglichkeit immer den Kurs in den Wechselstuben! Das geht in touristischen Reisezielen normalerweise einfach.

Die Wechselstuben haben normalerweise abseits der Sehenswürdigkeiten einen besseren Kurs. Zwar stehen nahe viel besuchten Orten mehr Wechselstuben, was die Konkurrenz antreibt, die hohen Mietpreise in Innenstädten sorgen leider trotzdem für ein im Schnitt hohes Preisniveau.

Denke daran zu vergleichen, ob die Wechselstuben eine Gebühr verlangen. Das ist in Ländern wie Dänemark oder dem Vereinigten Königreich fast immer so. In Ländern wie der Türkei, Tschechien oder Ungarn verlangen sehr, sehr wenige Wechselstuben eine zusätzliche Gebühr

Frage zur Sicherheit vor dem Geld wechseln noch einmal nach, ob eine zusätzliche Gebühr anfällt. Das gilt auch, falls am Eingang der Wechselstube groß „Ohne Gebühren“ oder „No comission“ steht.

7. Typische Touristenfallen beim Geld wechseln!

Auslage einer Wechselstube in Istanbul
Eine typische Wechselstube im Ausland: der Kurs ist angeschrieben, aber wie schaut es mit einer Kommission aus?
  • Falscher Kurs: der gute Kurs steht auf einer Leuchtreklame und der schlechte Kurs am Beleg oder kleingeschrieben als eigentlich gültiger Kurs nahe der Reklame. Das ist einer der internationalen Klassiker unter den Touristenfallen. Frage immer vor dem Geld wechseln nach dem Kurs und achte genau darauf, was am Beleg steht. Unterschreibe keine Belege in einer fremden Sprache! Die Wechselstuben in Prag sind dafür berüchtigt!
  • Versteckte Gebühren: es steht zwar ganz groß „Keine Gebühren“ oder „No Comission“ am Eingang, die Wechselstube verlangt aber trotzdem eine Gebühr.
  • Geld nachzählen: ob unabsichtlich oder absichtlich – rechne genau nach wie viel Geld du der Wechselstube gibst, wie viel du bekommen solltest und wie viel du schlussendlich in der Hand hältst. Das ist besonders nahe Partyvierteln im Ausland ein Problem. Stichwort Alkohol.
  • Straßenhändler: egal in welchem Land – wechsle dein Geld auf keinen Fall auf der Straße! Die Chance auf Falschgeld einen Betrug oder sonst irgendwelche Probleme ist in dem Fall maximal. In manchen Ländern wechseln die Einheimischen gerne Euro Münzen auf der Straße. Das kann okay sein, weil im Ausland Wechselstuben selten Euro Münzen tauschen.
  • Geld verwechseln: einige Länder haben Münzen eingeführt, die wie 1 oder 2 Euro Münzen ausschauen. Das ist zum Beispiel in der Türkei und Polen ein Problem.

8. Scams mit Geldautomaten im Urlaub

Oranger Geldautomat in Ägypten
Geldautomaten in Hurghada, Ägypten.
  • Hohe Vorgabe: bei manchen Geldautomaten stehen nur sehr hohe Summen in der Vorauswahl. Bei der Karlsbrücke in Prag zeigen die Automaten zum Beispiel Beträge ab 10.000 Kronen an. Das sind umgerechnet 400€! Einen geringeren Betrag musst du erst händisch auswählen. Dazu kommen gerne hohe Gebühren und Dynamic Currency Conversion Abfragen. So eine Transaktion bringt dem Geldautomatenbetreiber leicht 40€ oder mehr.
  • Landewährung: Dynamic Currency Conversion mit den zusätzlichen Gebühren für Transaktionen in Euro habe ich schon erwähnt. Das Problem ist International, egal ob du in Thailand, Schweden oder den USA bist. Hebe immer Geld in der Landeswährung ab und zahle in der Landeswährung!
  • Fester Wechselkurs: das kommt sehr oft innerhalb der Flughafen-Terminals vor. Die Automaten haben einen vom Betreiber festgelegten Wechselkurs, der stark zu deinem Nachteil ausfällt. Hebe Geld immer außerhalb der Terminals oder mit einem normalen Geldautomaten in der Stadt ab. Meide außerdem touristisch wirkende Automaten nahe Sehenswürdigkeiten und nutze die Filialen lokaler Banken.

9. Denke an die Fremdwährungs-Gebühr beim Zahlen mit Karten!

Eine Straße in Sieam Reap in Kambodscha mit Geldautomaten
Siem Reap in Kambodscha: mit einer normalen EC-Karte zahlst du mit Sicherheit hohe Gebühren!

Mit normalen EC- und Kreditkarten zahlst du eine Fremdwährungsgebühr zwischen 1 und 2%. Die genauen Konditionen hängen von deiner Bank ab. Die Gebühr macht im Schnitt 1,5% aus. Manche Banken verlangen gar keine Gebühren im Ausland.

Innerhalb der EU kostet das Geld abheben mit einem Fremdautomaten gleich viel wie in Deutschland. Das sind im Schnitt 4 bis 6€ pro Transaktion. Die genauen Konditionen kommen auf deine Bank an. Einige verlangen gar keine Gebühren, manche sind besonders streng. Mit Kreditkarten steigst du generell besser aus als mit einer normalen EC-Karte.

Noch besser sind Reisekreditkarten. Mit ihnen zahlst du im Ausland keine Gebühren der Bank fürs Geld abheben und keine Fremdwährungsgebühr.

10. Nutze kostenlose Reisekreditkarten!

Geldautomat in einer Hotel-Lobby
Geldautomaten sind im Zweifelsfall einfacher verfügbar als eine Wechselstube.

Im Ausland hebe ich lieber öfter kleine Beträge ab. Mein ganzes Reisebudget trage ich ungern in der Tasche mit.

Das geht am einfachsten mit einer gebührenfreien Reisekreditkarte. Meine Empfehlung dafür ist die 1plus Visa Card der Santander.

Die Santander verlangt für die 1plus Visa keine Jahresgebühr, keine Gebühren fürs Geld abheben im Ausland und keine Fremdwährungsgebühren fürs Zahlen in einer Fremdwährung.

  • Keine laufenden Gebühren! Du zahlst keine Jahresgebühr, es fallen keine einmaligen Zahlungen oder sonstige Spesen an.
  • Keine Fremdbank-Gebühren beim Geld abheben! (Gilt im Ausland und im Inland).
  • Die Karte ist kostenlos. (inklusive einer kostenlosen Zusatzkarte).
  • Geld abheben und zahle mit einem aktuellen Wechselkurs
  • Für den Rechnungsausgleich reicht dein bestehendes Girokonto aus. Du musst kein neues Konto bei der Santander Bank anlegen
  • Keine Gebühren beim Zahlen mit der Karte im Ausland! Bedeutet, du zahlst keine Fremdwährungsgebühr mit der 1plus Visa. Mit normalen EC-Karten oder Kreditkarten zahlst du 1 bis 2% Gebühren im Urlaub
  • Ein weltweiter Tankrabatt von 1% ist bis zu einem Tankstellenumsatz von 400€ pro Monat im In- und Ausland dabei. Wer häufig tankt, spart zusätzlich Geld.
  • 5 % Erstattung auf deine Reisebuchung bei Santander Partnern.
  • Die Santander 1plus Kreditkarte kannst du ganz einfach online beantragen.

Mein Fazit zum Geld wechseln im Urlaub

Bitte wechsle dein Geld erst im Urlaubsland! Zu Hause verlangen die Banken viel zu hohe Gebühren und einen schlechten Wechselkurs.

Die häufigsten Fehler beim Geld abheben lassen sich leicht vermeiden.

Meide Wechselstuben im Flughafen Terminal. Vergleiche den Kurs der Wechselstuben. Rechne beim Geld abheben und zahlen mit der Karte immer in der Landeswährung ab. Ich schreibe das jetzt schon das fünfte Mal hier im Text. Wirklich. Das kostet dich ständig eine Menge Geld und ist nur eine dumme Option am Automaten.

Eine Reisekreditkarte ist noch eine gute Ergänzung, falls du oft unterwegs bist oder Waren in einer anderen Währung aus dem Ausland bestellst.

Hast du noch Fragen zum Geld wechseln im Ausland, eigene Tipps oder Erfahrungen mit der Santander 1plus Visa Card?

Dann schreibe mir unten in den Kommentaren!

Ich freue mich darauf von dir zu hören.

Schönen Urlaub!

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Geld wechseln im Urlaub: 10 Fehler, die unnötige Gebühren kosten!
Thomas
Autor

Hi, ich schreibe schon seit Jahren über meine Reiseerfahrungen.

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